UNVORHERGESEHENES ZUSAMMENTREFFEN MIT DEM NIKOLAUS

In diesen Tagen um den Nikolaustag und 2. Advent 2020
Er schien neu hier zu sein: vielleicht genau deshalb fiel er mir besonders auf. Er saß in einer gemütlichen Ecke vor dem romantisch gelegenen Restaurant der ALTEN MÜHLE mitten im Hermann-Löns-Park nahe dem hannoverschen Stadtteil Kirchrode. In den Händen hielt er ein großes, dickes und wohl auch schweres Buch. Und hatte wie ich eine Brille auf der Nase und schien völlig versunken zu sein. Warum? Na, er bemerkte gar nicht, wie ich mich ihm auf leisen Sohlen genähert hatte. Von hinten deshalb, weil das ganze wunderbare Gelände im nostalgischen Kaffeegarten mit verschiedenen Bändern in blau und rot einschließlich der Tische (Foto) und Stühle sehr dekorativ gesperrt war.
Das mitten im Grünen gelegene bekannte Restaurant war zwar geschlossen, jedoch konnte man von der Westseite her ganz nah heran. Dort sollte, wie zu lesen war, ab Mittag, wie schon so oft, ein Fenster geöffnet werden, und man konnte sich dort Getränke, Kuchen oder auch ganz besondere Snacks to go abholen. Verlockend, echt. Aber das war nur möglich, wenn man etwas vor-bestellt hatte . . . Sie erinnern sich? Es war Corona-Zeit bereits seit März in diesem Jahr.
Zurück zu dem älteren Herrn mit Rauschebart im roten Mantel aus festem roten Samt, an den Ärmeln und um den Kragen und seiner ebenfalls mit Fell besetzten, ja, so Art Zipfelmütze. Ich war neugierig geworden. Was las er dort in diesen recht trüben Tagen? Vielleicht so knapp 4 Grad über Null, weit und der Himmel bedeckt. Von Schnee keine Spur: also anders, als ich es zu Anfang Dezember als Kind ziemlich häufig habe erleben dürfen.
Ich bemerkte, dass ich die Welt um mich herum fast vergessen hatte. Gerade hatten Gundula und ich einen wunderbaren knapp einstündigen Spaziergang durch das Grün auf verschlungenen Rindenmulchwegen an Gräben und Teichen entlang beendet, dazu Fotos gemacht und ein wenig Abstand gewonnen von dem, was seit Monaten, nun schon seit März des Jahres, unseren Alltag maßgeblich beeinflusste.
Aber, schwupps, waren solche Gedanken urplötzlich verflogen. Der freundliche, in tiefes ROT gehüllte Herr vor mir strahlte einfach Ruhe aus, tat dabei so, als ob er mich gar nicht wirklich bemerkte: diese schnell herangewachsene ‘Vertrautheit‘ an der Ecke (Foto) zwischen uns, dem Nikolaus und mir, hatten mich für kurze Zeit ‚entführt‘: in eine andere, freundlichere Welt zurückfinden lassen, ohne Sorgen und Nachrichten en masse in den verschiedensten Medien.
Da kam auch schon Gundula auf mich zu, zeigte mir das Foto, das sie ‚heimlich‘ von ihm und mir aus der Ferne geschossen hatte und lies mich augenblicklich an etwas anderes denken, so z. B. an viele, viele Country Music Ereignisse aus vergangenen Jahren, Namen von Freunden tauchten auf, Melodien schon oft gehörter Songs ertönten im Kopf, Stimmen und Bilder von unzähligen Festen und Treffen mit Gleichgesinnten in unserer geliebten Szene waren auf einmal hautnah wieder da . . .
Und da hatte ich verstanden, was der NIKOLAUS mir – auch ohne viele Worte – hatte vermitteln wollen: ‘Weißt Du Wolfgang, es wird alles gut werden, es wird alles wieder gut werden, Ihr müsst nur alle fest daran glauben . . .‘
Lassen auch Sie sich, lasst auch ihr alle euch in diesem Sinne ‚einfangen‘, liebe Leserinnen und Leser & liebe Countryfreunde, von solchen Gedanken.
Wir zwei wünschen euch zum NIKOLAUS alles Gute und eine gesunde und entspannte Vorweihnachtszeit.
Ich denke mal, zum Jahreswechsel 2020/2021 werden wir noch einmal von uns hören lassen! Mit, wie es momentan aussieht, durchaus interessanten Nachrichten.
Mit musikalischen Countrygrüßen
Eure
Gundula (Fotos) & Wolfgang (Text) J.S. Weiher