MALLORCA: COUNTRY MUSIC Y MUCHO MAS

Preview auf die Herbsttour 2013 von Dieter Lang

Ein Reisebericht von Wolfgang J. S. Weiher
 
Schon lange war ich nicht mehr auf Mallorca gewesen, viel zu lange eigentlich. In den Achtzigern und Anfang Neunzigern war ich regelmäßig dort. Damals schon begeisterten mich Lebensart, Architektur und die sehr unterschiedliche Landschaft der Insel: hier das quirlige Palma und kaum eine halbe Autostunde entfernt idyllische Ruhe und eine herrliche Luft in den Bergen, hier die weiten Strände, dort die Schafherden mit den Glöckchen am Hals in der Abgeschiedenheit der Bergtäler. Diesmal war es etwas anders. Ich wollte einen langjährigen guten Bekannten auch der deutschen Country Music Szene dort besuchen, wo er eigentlich sein Geld verdient, wenn er vier-, fünf- oder gar sechsmal pro Woche seine Live Auftritte in Szenelokalen an der Nordostküste Mallorcas absolviert, dort wo tagsüber die Urlauber die wunderbar ausgedehnten Strände bevölkern, zwischen Can Picafort und Alcudia nämlich, und abends dann seine Fans bei Country Music zur Hochform auflaufen.
Es ging auf Ende Oktober zu, doch der Sommer wollte sich noch nicht geschlagen geben: Jeden Tag 28 bis 30 Grad, blauer Himmel und eine hohe Luftfeuchtigkeit gaben mir das Gefühl, in der Karibik oder der Südsee zu sein.
Die Fans an diesem ersten Abend im TIVOLI in Puerto Alcudia waren jedoch mehrheitlich Engländer, Pärchen oder kleine Gruppen oder mit der ganzen Familie - und Skandinavier. Deutsch hörte ich nur wenig. Jedoch auch unter diesen Gästen waren, wie mir JUAN, der Senior Chef erklärte, viele schon häufig auf der Insel und galten bei ihm als langjährige Stammgäste. Die meisten kamen zum Essen. Alles spielte sich Open Air ab, nur ein kleiner Teil des Terrassenlokals war überdacht.
Es war mild, die Bedienung aufmerksam und freundlich, das Essen sah echt gut aus und schien auch allen hervorragend zu schmecken. Und dazu eben Country Music live den ganzen Abend bis Mitternacht mit DIETER LANG. Viele hier in Deutschland kennen ihn und lieben ihn – schon seit der Zeit vor mehr als vier Jahren, als er zusammen mit dem leider verstorbenen damaligen Partner Henry Vanco über Jahre hinweg das in der Szene weit bekannte Duo ‚Lonesome Riders‘ bildete. Vergangene Woche hatte er außer viermal hier auch noch zweimal in Can Picafort gespielt, in der Diskothek SKAU und einem In-Lokal direkt an der Hauptstraße, dem VINICIUS. Doch dort lief die Saison bereits aus; hier jedoch, nahe einem bekannten ausgedehnten Hotel Komplex ganz in der Nähe eines großen Sees, hier ging die Party weiter. Wie es aussah wohl noch bis Ende Oktober.
Zu Beginn spielte Dieter an den drei Abenden, an denen ich ihn dort besuchte, jeweils meist ruhige Songs eines John Denver, Kenny Rogers, Garth Brooks oder Toby Keith; Klassiker waren also dabei und auch Aktuelles. Natürlich auch Elvis‘ Songs (Dieter: ‘Ist hier jemand, der Elvis mag?‘).Natürlich waren auch Elvis Fans, gerade unter den Engländern, dabei. Im zweiten und dritten Set wurde es dann meist etwas lebhafter.
Selbst die ganz jungen Ladies sangen oftmals Songtexte Zeile für Zeile mit. Aber auch ältere Herren meldeten sich zu Wort, gaben Kommentare Richtung Bühne ab und äußerten z. B. Musikwünsche, die Dieter regelmäßig auch prompt erfüllte. Auch Geburtstagständchen gab es; alles jeweils auf Englisch, versteht sich. Je später der Abend, beim ersten Set hatten die meisten noch ihr Essen vor sich, desto aufmerksamer zeigten sich die Gäste. Es wurde aber auch geplaudert und stets höflich applaudiert. Obwohl die Tanzfläche vor der Bühne dazu geradezu einlud, wurde wenig getanzt, vielleicht die Kinder manchmal, so quasi aus Jux. Man genoss es einfach, nach dem Essen noch den einen oder anderen Drink zu nehmen, sich zu unterhalten und eben auch die Live Music zu genießen. Das Thermometer in Leuchtziffern schräg gegenüber an der Apotheke zeigte auch nach 22 Uhr an jedem Abend Temperaturen weit über 20 Grad an; wohlgemerkt, wir befanden uns bereits im letzten Drittel des Monats Oktober!
Schön war, dass es für die Kids im hinteren Teil der Terrasse einen recht großen Spielpark gab, und auch die Live-Übertragung eines Champions-League-Spiels störte insofern gar nicht, als die verschiedenen Großbild-TVs ausreichend weit von der Bühne und dem Geschehen drum herum entfernt angebracht waren. Damit man die Live Music überall gut mithören konnte, waren an den Seiten der weitläufigen Terrasse an Bäumen und Masten qualitativ echt hochwertige Lautsprecher montiert und gut ausgerichtet. Dazu ein Service mit aufmerksamen, flinken und äußerst freundlichen Kräften, die zum Teil schon mehr als 15 Jahre hier im Tivoli beschäftigt waren (14 waren es jetzt noch, im Hochsommer sind es nochmals die Hälfte mehr) und die meisten Gäste gut kannten und oftmals auch mit ihren Vornamen ansprachen. Den Gästen gefiel das, sie fühlten sich ‚wie zu Hause‘. Es passte also rundum einfach alles!
Tja, bei dieser (Wetter-)Lage hat DIETER LANG sicher noch den ganzen Oktober bis auf den letzten Tag spielen ‚müssen‘, das jedenfalls hat der Chef des Hauses schon durchblicken lassen.
Auf seine Auftritte anlässlich der Anfang November dann in Deutschland beginnenden alljährlichen ‚HERBSTTOUR DIETER LANG COUNTRY AND MORE‘‚ wird aber trotzdem kein Fan verzichten müssen. Wie vorgesehen startet das erste Konzert am 8. November in Koblenz, Brauerei-Ausschank (Hallo, Kalle & Ute, grüß euch!), dann geht’s weiter Richtung Bochum, am 15.11. ist er (für Hannoveraner Fans) im Treffpunkt in Laatzen, dann geht’s weiter Richtung Norden nach Hamburg und Geesthacht und über Berlin (mit zwei Auftritten dort) Richtung Österreich, letzter Auftritt dort am 30.11., und dann wohl wieder Richtung Mallorca. Genaue Daten sind nachzulesen auf Dieters Homepage www.dieterlang.es, wobei das ‚es‘ für Spanien steht.
Und eines hat mir Dieter beim Abschied noch mit auf den Weg gegeben; er freue sich schon riesig auf diese Tour und seine vielen treuen Fans in Deutschland. Also, werte Freunde von ‚Dieter Lang Country & More‘, da wird es wohl sicher wieder die eine oder andere Wiedersehens-Party geben. Irgendwo werden dann sicherlich auch Gundula und ich ganz unverhofft auftauchen, denk ich mal - smile. Ach, so, und im Augenblick arbeite er noch mit Hochdruck am letzten Feinschliff seiner brandneuen CD ‚VOLUME 6‘, die er dann hoffentlich bei seiner Tour schon dabei haben wird!?!
Und auch das ist Country: ich hatte Gelegenheit, zwei Ranches auf Mallorca näher kennenzulernen. Wer also während seines nächsten Urlaubs auf Mallorca mal gut Essen gehen, ein wenig Ranch- und Landleben erleben will oder auch selbst mal auf einem Westernpferd reiten möchte: alles möglich. Da war zuerst die RANXO SES ROQUES (www.ranxosesroques.com), gleich um die Ecke vom Tivoli (nur 300 m entfernt), wo am Fuße der Berge regelmäßig Ausritte angeboten werden und Chefin ESPERANZA alle Gäste persönlich begrüßt. Nur eine gute halbe Autostunde von Alcudia weiter östlich in Richtung Arta, in Son Serra, befindet sich das riesige Areal der RANCHO GRANDE, auf der neben Ausritten auch Planwagenfahrten angeboten werden, Linedance getanzt werden kann – es gibt dort hin und wieder sogar Live Music auf einer schön gelegenen Open Air Bühne mitten auf dem Gelände – und wo auch ein echt mallorquinisches BBQ angeboten wird. Näheres unter
www.ranchograndemallorca.com.
Also, wer nicht nur Country Music liebt, sondern auch vom Country Leben inklusive Westernreiten hier auf Mallorca etwas erleben möchte, der findet in beiden Fällen Gelegenheit dazu.
Und last not least, wer als Country Fan mit offenen Augen und Ohren durchs Leben geht, der wird auch auf Mallorca fündig werden. So spielte und sang dazu bei uns im Hotel z. B. an einem Abend der chilenische Künstler JAIME CASTILLO auf seiner Gitarre bekannte Melodien aus seiner Heimat in den Anden, aber auch aus Cuba, wie z. B. das weltbekannte Lied ‚Guantanamera‘, und auf dem Markt in Puerto Pollensa erlebte ich eine Indio-Gruppe aus Ecuador mit Panflöte, Pfeife und Gesang, alles vielleicht nicht typisch ‚Country in jedermanns Sinn‘, aber eben doch ‚vom Lande und Leben auf dem Lande‘.
Und auch in Puerto Alcudia selbst fand ich eine Location mit ‚american feeling & eating‘, als ich nämlich eintrat in das große, reichlich mit US-Requisiten ausgestattete Steakhouse am Hafen namens ‚DAKOTA‘(siehe Foto) mit Tex-Mex Küche und einem Ambiente, das es mit jedem guten Restaurant in den Staaten aufnehmen konnte.
© Fotos & Bericht:
Wolfgang J. S. Weiher