DIE WESTERN-SCHWESTERN

Neue Spielzeit 2015 - Die Ronnenberger Bühne präsentiert:

DIE WESTERN-SCHWESTERN

Wildwest-Komödie in drei Akten

An drei Orten gastiert die Ronnenberger Bühne in dieser Spielzeit zu Beginn des Neuen Jahres. Jetzt im Januar fand bereits die 4. Veranstaltung statt. COUNTRY MAG war am vergangenen Sonntag in der Aula der Theodor-Heuss-Schule in Empelde südlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover dabei; an den nächsten beiden Wochenenden wird es vier weitere Vorstellungen in Ronnenberg im Gemeinschaftshaus und Anfang Februar dann nochmals in Gehrden, Am Castrum, geben. Wer miterleben möchte, wie es im ‚wirklich wahren Wilden Westen‘ zugegangen ist bzw. sein könnte, der sollte sich sputen: die Vorstellung, die wir besucht haben, war mit rund 200 begeisterten Gästen, Jung wie Alt, ausverkauft!
Er wollte gerne mal ‚etwas ganz anderes‘ machen, so vertraute mir Regisseur MICHAEL FRITSCH (Foto) im Pausengespräch an. Dem Theaterstück zugrunde liegt das Werk gleichen Namens, eine Wildwest-Komödie in drei Akten von Bernd Kietzke, erschienen im Plausus Theaterverlag, Bonn.
So tut sich vor den Zuschauern ein einfacher, aber schmucker Western Saloon auf, mit einem schweren Tisch, ein paar Sesseln, mehreren Hockern an der rustikalen Eck-Bar, entsprechenden Flaschen im Regal und auf den Tischen, verschiedenen Türen zu den Zimmern resp. Separées, dazu herrliche Kostüme und ein Völkchen, wie es sich eben in dieser verlassenen Gegend im Laufe der Zeiten zusammengefunden hat, bis, ja, bis eines Tages dann Leben ‚in die Bude‘ kommt, als nämlich aus dem fernen New Orleans LASSIE LAROQUE (gespielt von Andrea Tepper-Balte), die Betreiberin eines dortigen Etablissements, samt ihrer Tochter SNAKE (Jessica Groß), einem/einer gefürchteten (?) ‚Revolverheldin‘, auftaucht und nach langen Jahren auf ihre Schwester MOLLY McDONALDS (Edeltraut Lukaszewicz) trifft, die eben hier den Saloon betreibt, samt ihrer Tochter MILLY McDONALDS (Sabine Meilick). Anlass für die Reise hierher ist die Benachrichtigung darüber, dass der gemeinsame Vater von Milly und Snake kürzlich verstorben ist und nunmehr die Testamentseröffnung ansteht. Sheriff SLEEPY SLOW (Dr. Heinz Stephan) und sein Hilfs-Sheriff SAM SHOUT (Lars Tegtmeier) kümmert das alles recht wenig, den einen, weil er sowieso nicht immer den richtigen Durchblick zu haben scheint, den anderen, weil er nicht in seiner Ruhe gestört werden will ( . . .mal ganz langsam . . .).
Das Heft in der Hand hat auch in diesem Fall der Testaments-‚VOLLSTRECKER‘ (Helmut Reinecke) und Gemeindevorsteher, der sich nicht nur gut in Szene zu setzen weiß und alle Fäden in der Hand hält, sondern es auch versteht, das eine oder andere Sümmchen in die eigene Tasche verschwinden zu lassen. Außerdem sind da noch der trinkfreudige, aber harmlose Indianer ‚DURSTIGE STILLE‘ (Dieter Wetzel), der immer mal wieder in den Western-Saloon hinein huscht, mal auch dort am Tisch einschläft, weil er wohl zu schnell oder viel von dem guten Feuerwasser getrunken hat. Dann die Nonne SCHWESTER INNOZENZIA (Elke Stach), die im zweiten Akt ihren entscheidenden Auftritt hatte, jedoch trotz überzeugender Wortwahl es nicht so recht schaffte, Einverständnis zwischen den streitenden Parteien zu erwirken.
Zwei Akteure, die immer wieder besonders mit ihren Gesten und Sprüchen auffallen sind auch die Animierdame KITTIE FOX (Silke Gottschalk), wie sie z. B. – bei ihrer reizenden, jedoch leicht fülligen Figur - mit zwei großen Koffern beladen es schafft, sich trotz allem elegant und graziös trippelnd durch die schmale Tür Richtung der Zimmer zu begeben oder der aus einem Heim ausgebüxte Trapper OLD DADDLE (Jürgen Rudloff) nächtens seinen Nachttopf vor der Tür des Saloons entleert, abstellt, mit dem Fuß noch ein Stückchen beiseite schiebt und sich dann mit den Worten ‚Ich kann nicht mehr liegen‘ unter Stöhnen und Jammern behäbig am Tisch im Saloon niederlässt – das tat schon nur vom Zuschauen weh . . .Nicht zu vergessen die konservative, ein wenig streng erscheinende Lehrerin EMILY STRONG (Melissa Schultz), die sich nach einem Gespräch mit Kittie urplötzlich outet und am liebsten ihr ‚langweiliges Leben‘ gegen das der Animierdame tauschen möchte!
Umrahmt wurde das ganze im Foyer direkt vor der Aula mit einer großen Theke, wo es außer Getränken aller Art auch belegte Brötchen, Frikadellen usw. gab, von einem jungen Trio namens ‚DREIKLANG‘ (Website ist in Arbeit) mit Roger Reichert auf dem Cajon, Marlena Fritsch, Gesang & Rouven Reichert, Gesang & Gitarre), die zur Feier des Tages die Gäste empfingen und während zweier Pausen auch mit Live Music unterhielten. Klar, dass bei diesem Theaterstück aus dem Wilden Westen auch Country Music erklang, hier und heute etwas rockig, so z. B. Sweet Home Alabama, einem Song der amerikanischen Southern-Rockband Lynyrd Skynyrd aus dem Jahre 1974, der damals Platz 8 der Billboard Hot 100 erreichte!
Also, verehrte Leserinnen und Leser aus Nah und Fern, Sie merken schon: da ist allerhand los in diesen Tagen im einzigen Saloon dieses verlassenen Westernstädtchens. Mehr sei hier auch nicht verraten. Wer sich angesprochen fühlt, sollte sich schnell dran machen und versuchen noch eine Karte (Infos über www.ronnenberger-bühne.de) für die in den nächsten Wochen anstehenden Termine zu sichern. Bereuen wird das ein echter Western Fan auf keinen Fall!
Ach, so, hatte ich wohl vergessen zu erwähnen: bei dem Ensemble handelt es sich ausschließlich um Laiendarsteller, die ihren Job ehrenamtlich und mit sichtlich großem Spaß ausüben!

©Fotos & Bericht: Wolfgang J. S. Weiher

 

Anlagen: 7 Fotos

Foto 1: 8036 – Begrüßung durch den Regisseur

Foto 2: 8044 - die Band Dreiklang

Foto 3 bis 7: 8040, 48, 49, 51 und 53 zur Auswahl