8. Country Frühschoppen an der Radau

Goslar am Harz: High Noon in Vienenburg

Endlich wieder Live Music - It`s Country Time

Es hatte sich weit herumgesprochen. Von überall her waren die Gäste angereist. Zum Teil in illustren Gewändern und Uniformen. Trapper in Originalkleidung, Cowboys natürlich ebenfalls. Und ihre Ladies standen ihnen in nichts nach. Die Folge war, dass die Location Sportheim an der Radau - mitten im Ort, und trotzdem für sich auf dem Sportplatzgelände, wo wir vor Jahren das letzte Mal gewesen waren – rappelvoll war.
Und, der Herrgott (er muss wohl tatsächlich ein Cowboy sein) hatte es mit allen gut gemeint‘: nicht nur aus dem Unter- und Oberharz waren sie gekommen, nein, auch aus Thüringen sowie dem fast 100 km entfernten Magdeburg in Sachsen-Anhalt waren sie angereist, aus Salzgitter und Braunschweig, überhaupt aus dem näheren und weiteren Umland aus allen Himmelsrichtungen - auch ganz weit aus dem Norden. Kein Wunder eigentlich, hatte doch sogar der MDR (wohl auch dem dort country-begeisterten Martin Jones zu verdanken) vorab auf diese Veranstaltung hingewiesen und somit die Werbetrommel kräftig dafür gerührt. Die Szene sagt ‚danke dafür! ‘Ich denke mal, auch wir zwei werden uns in diesem Jahr wieder persönlich sehen, spätestens zu den 2. Nashville Days in der Festung Mark in Magdeburg, okay?!
Immerhin handelte es sich – nach gut zweijähriger Pause – endlich mal wieder um einen Country Frühschoppen mit Live Music. Und schon bei der Auswahl der Band hatte der Veranstalter ein geschicktes Händchen bewiesen: denn mit Texas Roads, diesen drei erfahrenen, engagierten und beliebten Musikern aus Wolfenbüttel hatte er eine echt gute Wahl getroffen: sie brachten nämlich etwas, was man heutzutage so oft nun (leider) wirklich nicht mehr zu hören bekommt, echte Country & Westernmusik nämlich, die sehr schnell eine Bombenstimmung brachte. Schön dabei war auch, dass es zwischen dem eigentlichen Restaurantbereich und dem dahinter liegenden Saal zwar eine stets offen stehende Verbindungstür gab, man sich hier jedoch an den Tischen bestens unterhalten und auch essen konnte, während dort (im Saal) selbst von den Seitenbänken aus bzw. an im Raum verteilten Stehtischen überall gute Sicht auf die Bühne und das dortige Geschehen bestand. Und wenn die Band mal Pause machte, dann war da ja noch DJ Axel an seinem Pult neben der Bühne, der ohne Pause die Tanzhits spielte, die bei allen Sendern rauf und runter zur Zeit gerade en vogue sind. Und wenn er dann wirklich auch mal eine kleine Ruhepause brauchte, dann waren da noch eine Gruppe engagierter Linedancer mit ihrer Instruktorin, die es sich nicht nehmen ließ, ihrerseits sogar den Neuhinzugekommenen die Schrittfolge eines neuen Songs zu vermitteln. Und ruck zuck tanzten diese dann auch schon mit. Alles echt gelungen und aufeinander abgestimmt.
Während Gundula und ich vor lauter jung gebliebenen ‚alten Bekannten‘, guten Freunden also, kaum voran kamen (überall Hallos, Begrüßungen, Umarmungen, Lächeln und herzlich Worte) nutzten wir diese Situation dann tatsächlich auch sehr gerne, um viel Privates miteinander auszutauschen, manches, was sich während der vergangenen zwei bis drei oder auch mehr Jahre überhaupt so getan hatte: und das schon war schier überwältigend. Doch diese so ganz persönlichen Dinge mag ich hier nicht ausbreiten; sie sind und sollen privat bleiben.
Jedenfalls hatte ich den Eindruck, dass es vielen der sicher über einhundert Gäste ähnlich ging wie uns. Auch die lange ‚Durststrecke‘ des gerade zu Ende gehenden Winters hatte, um es auf den Punkt zu bringen, genervt. Allen hatte nämlich eines ganz besonders gefehlt: unsere geliebte Country Music live gespielt . . .
Das I-Tüpfelchen war dann noch dieses  herrliche Weekend-Wetter: schon am Samstag hatte das Thermometer bis zu 14 Grad bei strahlendem Sonnenschein gezeigt; heute, am Sonntag, kam die Sonne zwar etwas zögerlich, gestattete es aber bei knappen 10 Grad trotzdem auch am draußen aufgebauten Grill inklusive Sitzbänken unter einem ein wenig Schutz bietenden weißen Zelt eine leckere Wurst zu genießen (und jetzt verrate ich doch mal etwas): Gundula, und das habe ich noch nie in unseren 25 gemeinsamen Jahren erlebt, aß, kaum hatte sie die 1.Curry-Bratwurst genüsslich verspeist, spontan gleich darauf eine zweite (pssssst - bleibt aber unter uns!) Einfach herrlich. Ich hingegen hatte kaum die Zeit gefunden, eine davon in Ruhe zu essen, galt es doch, der Musik zu lauschen, mich mit Gästen zu unterhalten, in der Pause sich mit DJ Axel (wir laufen uns irgendwann irgendwo immer mal wieder über den Weg) sowie natürlich Band-Boss Buffy und seinen Mitstreitern ein wenig zu unterhalten, Neues aus der Country Szene zu erfahren. Immerhin ist ihr ‚Auftragsbuch für die kommenden Monate bereits mit rund 40 Auftritten gut gefüllt. Es läßt die Vermutung zu, dass sich in der nun gestarteten Saison 2017 vielleicht doch ein wenig mehr tut, als im vergangenen Jahr – ich meine, hier im südlichen Niedersachsen und drum herum. Die Countryfreunde wird es sicherlich freuen!
So, nun zum Schluss noch ein paar Worte zur Band. Neben der ‚wahren‘ Country- & Western Music haben sie auch Titel aus New Country, Rock’n’Roll, Gospel nebst Tex Mex im Programm. Sie sind eben vielsaitig. Wie auch auf ihrer aktuellen CD ‚From Ireland To Mexico‘ aus dem vergangenen Jahr. Verschiedene Titel, die darauf zu hören sind, haben sie natürlich auch auf diesem Country Frühschoppen zum Besten gegeben. Mir klingen besonders in den Ohren Songs wie Pizzirico, Gone Country Take These Chains From My Heart oder auch Ohrwürmer wie If I Said You Have A Beautiful Body.
Buffy, Barry & Co. sind einfach phänomenale, weil urige und wirklich vielseitige Unterhaltungskünstler. Sie treten bei Stadtfesten auf oder in Kleingärten, in Line Dance Clubs, Sportheimen, bei Oldtimer- und Rathausfesten, auf dem Weinmarkt oder auch im Seniorenheim. Auch auf einem Campingplatz. Ich denke mal, sie haben das ganz große Talent, alle Alters- und Zielgruppen anzusprechen und jeweils sich auf ihre Gäste und deren Wünsche und Vorlieben einzustellen. Sie sind halt ungemein flexibel, freundlich und treffen im Umgang mit den Zuhörern immer den richtigen Ton. Bravo! Wer mehr wissen möchte – vor allem all ihre Auftrittsorte 2017 erfahren möchte, der schaue einfach mal auf www.texas-roads.de.

Fotos & Bericht: Wolfgang J. S. Weiher