Linedanceparty bei den Renegades mit Wild Bunch

Der September scheint ein guter Monat für Linedancetreffen zu sein – so dachten sich auch die RENEGADES LD aus Lüdenscheid und luden zum Linedanceabend mit Livemusik.  Location der Wahl war die Brüninghauser Halle in Lüdenscheid, die eine große Tanzfläche bot und dennoch auch Platz für Tische und Stühle, so dass man sein Bier nicht im Stehen trinken musste.
Einlass war ab 19:00 Uhr und Start der Linedancenight war um 20:00 Uhr mit einer kurzen Begrüßung der Tänzer, der „normalen“ Gäste und der Band Wild Bunch, die für die musikalische Gestaltung des Events gewonnen werden konnte. Nach den also recht kurzen Worten des 1. Vorsitzenden und seiner Vertreterin hieß es dann auch: Alles auf die Tanzfläche und los geht´s.
Wild Bunch nutzte als kleinen Willkommensgruß den ersten Song „When you walk in the room“.  Auch angekommen war der bei den Linedancern bekannte Verkaufsstand des Western-Stores „Route 66“, an dem man noch schnell sein Outfit aufmöbeln konnte. Dass es Wild Bunch versteht, nicht nur „normale“ Countryfans zu begeistern, sondern auch Lindedancer zufriedenstellt, liegt ja vielleicht auch daran, dass Sängerin Katja und Bassist Uwe selbst in einem solchen Tanzsportverein mitmachen. Dementsprechend war auch die Resonanz auf der Tanzfläche – mal war Linedance zu sehen, mal gab es Songs, zu denen Couple-Dance passte, und ab und an war auch mal kein Tänzer auf der Fläche zu sehen. Letzteres lag sicherlich nur an der Kondition der Linedancer und sicher nicht an der Musik von Wild Bunch, die sich ja bekanntlich seit dem Sommer personell verstärkt haben.
Die erste Stunde mit Livemusik verging sehr schnell und nun  konnte der Chef der Renegades, Patrick De Vuyst, seine Qualitäten als DJ unter Beweis stellen. Um es allen Recht zu machen, hatten sich die Renegades überlegt, eine „Übersetzungshilfe“ Countrysong <> Linedance auf den Tischen auszulegen. So konnte ein kleineres Chaos auf der Tanzfläche vermieden werden und alle wussten Bescheid, was getanzt werden konnte.
An dieser Stelle nun ein paar Infos zu den Gastgebern: Die Tänzerinnen und Tänzer stammen aus verschiedenen Städten des Märkischen Kreises. Manche von den Mitgliedern haben mit dem Tanzen vor einigen Jahren in anderen Line Dance Gruppen angefangen oder die ersten Schritte wurden einem von der Freundin im Wohnzimmer gezeigt. Einige erwischte erst im September 2009 der Line Dance Virus und sie steckten mit der Zeit auch den Rest ihrer Familie an. Nach und nach lernten wir uns auf den verschiedenen Veranstaltungen der Country  Szene kennen. Langsam reifte in uns die Idee eine eigene Interessengemeinschaft zu gründen. So beschloss man einen zentralen Punkt im Märkischen Kreis zu suchen, der dann auch Anfang Mai 2010 in Lüdenscheid gefunden wurde – die Renegades waren geboren.
Nach einer halben Stunde konnte DJ Patrick erst mal wieder selber das Tanzbein schwingen, denn Katja und ihre sechs Jungs standen zum zweiten Roundup auf der Bühne.  Los ging es mit einem eigenem Song aus der Feder von Gitarrist Marko Müller: Fool. Sicher muss man nicht verrückt sein, um Linedancer zu werden, aber in der Öffentlichkeit scheint es manchmal schon so. Dass man bei moderner Country Music auch mal im Repertoire anderer Künstler wildern darf und sich dann passende Songs auf die eigenen Bedürfnisse umschreibt, ist kein Tabu. So haben auch Wild Bunch den Song „I will dance“ der norwegischen Gruppe Katzenjammer ins Repertoire aufgenommen und als Countrysong umgearbeitet – was auch echt gut gelungen ist. Als musikalisches Highlight dieses zweiten Sets könnte man durchaus das beliebte Country Medley anführen, dass mit rund 8 Minuten mächtig an die Kondition eines Linedancers geht, oder einem die Hände vom Mitklatschen heiß werden lässt.  Getanzt wurde hierzu kein Line- sondern ein Couple-Dance mit reichlich Paaren auf dem Parkett. Dass nach wieder einer Stunde Live-Musik als letzter Song in diesem Set der Titel „Broken Wings“ kam, war vielleicht schon eine Anspielung auf erste durchgetanzte Boots.
Die nächsten 30 Minuten gehörten wider DJ Patrick und Musik aus dem Archiv, doch Linedancer kommen auch mit Musik aus der Konserve klar, wie sich alle überzeugen konnten. So erklangen unter anderem Songs von der ZacBrownBand, Toby Keith oder aber auch Elvis Presley. 
Um 23:45 wurde dann die Bühne wieder voll und Wild Bunch setzte zum letzten Durchgang der Veranstaltung an. Die Tatsache, dass um diese Uhrzeit schon die ersten Gäste die Veranstaltung verlassen hatten, quittierte die Band mit dem Song „Take it easy“ von den Eagles. Wie sich herausstellte, war es unter anderem auch die Abordnung der Yukon Lindedancer aus Dinslaken am Niederrhein, die sich schon auf den Heimweg gemacht hatte.  Zu vorgerückter Stunde und leicht gesunkener Teilnehmerzahl hieß es dann „This is the life“  - im Original von Amy McDonald, an diesem Abend in der Wild-Bunch-Variante. Nun durfte dann auch Bassist Uwe sein Gesangstalent unter Beweis stellen und fragte: Have you ever seen the rain.
Den Abend beschloss wieder ein eigener Song aus der Feder von Marko Müller – der Song zur Linedance-Gruppe RENEGADES. Dieser Song war voll und ganz den Renegades Linedancern gewidmet, die, wann immer Wild Bunch in Reichweite ist, die Veranstaltungen mit ihren Tanzkünsten aufwerten, wie viele andere Linedancegruppen auch. Dass nach so einem Abend die Band nicht so einfach das Licht ausmachen und nach Hause gehen kann, ist selbstverständlich. So auch an diesem Sonntagmorgen: die noch verbliebenen Countryfans forderten selbstredend eine Zugabe.
Klar, dass sich Katja, Uwe, Kallo, Marko, Alex, Michael und Andreas nicht lange bitten ließen. Nach kurzer Beratung bekamen wir dann noch „den“ Song zu Gehör, für den Katja berühmt ist: I will always love you aus ihrem Mund ist schon fast besser als das Original – so die einhellige Meinung des Abends. Als allerletzter Song  erklang dann die Hymne der Country Music Country Roads, bei der jeder, der konnte, mitsang.
An die Renegades einen herzlichen Dank für die Einladung zu dieser Party
Und auf ein Wiedersehen bei einer der nächsten Veranstaltungen.
Für CountryMag unterwegs
Michael Förschges