HANNOVER-UNESCO City of Music presents: SUMMER IN THE CITY 2018:



In Hannover wurde bei hochsommerlichen Temperaturen gerade drei Tage lang gefeiert: meilenlang vom Lister Platz bis zum Weißekreuzplatz. Dort auf diesem Platz schloss sich nämlich nahtlos das Weltbeat Festival Hannover – MASALA – an das Lister Meile Fest an. Hat es so, glaube ich, auch noch nicht gegeben. Dabei startet der früheste anhaltende Hochsommer, den ich je erlebt habe, doch schon wieder durch . . .Wir haben für euch hier und da mal vorbeigeschaut!
Beim diesjährigen LISTER-MEILE-FEST in Hannover ging es mal wieder rund. Und das Schöne daran: auch für Freunde des Rock’n’Roll, des Rockabilly und des Country war einiges dabei.
Um die Highlights gleich zu nennen: Auf der Musikbühne am Lister Platz trat ANDY LEE mit seinen ROCKIN COUNTRY MEN auf – mit einem dreistündigen Non-Stop-Programm. Dabei brachte z. B. der Mann am Bass, BIG BASS BUDDY, einen ELVIS SONG, dass man, wenn man die Augen schloss, meinte, der KING persönlich stünde am Mikro. ANDY selbst brachte neben all seinen Ohrwürmern einen Song von dem leider gerade vor einem Jahr hier in Hannover verstorbenen GUNTER GABRIEL ‚Es war gar nicht alles schlecht, was früher einmal gut war‘. Und zwar mit eigenem, ein wenig veränderten Text, der ihn in ‚seine‘ Zeit führte. Gunter meinte damals zu Andy, okay, ist zwar nicht unbedingt mein Ding, jedoch wenn Du magst, dann mach das so. Und er machte es so. Das Musik-Völkchen lauschte, war begeistert und sang spontan mit . . .Und die Rock’n’Roller aus dem Schaumburger Land (Foto), fast alle schon etwas älter (smile) hotteten wie ich damals zu eben genau dieser Musik Ende der fünfziger Jahre! Nur gab es damals eben keine CDs oder so etwas; wenn ich beim Anfertigen der Schularbeiten (heute sagt man dazu wohl Hausaufgaben) mal etwas von ‚meiner‘ Musik hören wollte, dann musste ich eine Single auf den Plattenteller legen und ratz-fatz nach zwei- oder drei Minuten wieder hin zum Plattenspieler, Single umdrehen oder eine neue auflegen. Die Konzentration auf das Wesentliche, also die Schularbeiten, war da oftmals gefährdet. Und das Internet kam erst rund 40 Jahre später . . .l
Danach sind wir die ganze Lister Meile lang geschlendert, alle Geschäfte hatten geöffnet, dazwischen im Fußgängerbereich überall Buden und Büdchen, zum Teil elegant und modern ausgestattet, dazwischen mal wieder ein Gemüsestand; überall, wo es ging standen Stühle draußen, vor den vielen Bistros und Cafe und Schnellrestaurants. Man flanierte, nahm aber auch mal zwischendurch Platz, traf bekannte Gesichter oder richtige Freunde, plauschte, schaute; so ging das fast eineinhalb Kilometer (also ca. eine Meile (!)lang, überall gab es Dinge zu sehen, zu kaufen oder eben zu hören, wie auch an der nächsten Bühne in der Seumestr., wo irische Songs zu hören waren. Auch einige Etablissements hatten eigene Bands eingeladen, die mitten auf der Straße spielten. Noch weiter, dann ganz am Ende Richtung Hauptbahnhof, gab es speziell für die Kids eine umfangreiche Animation. Ja, und dann, ein paar Schritte über die Straße, dort begann das Masala-Fest. Dort an der Straßenkreuzung stand auch eine Gruppe Polizisten, die einzige, die wir entdeckt haben, okay, es war ja auch noch früh, kurz vor 20 Uhr. Und das Fest würde ja erst gegen 22 Uhr aus sein. Alle in schwarz, aber nicht aufgeregt, wohl eher als Vorsichtsmaßnahme im Einsatz.
Dann waren da noch neben vielen in Hannover angesagten Bands ‚UNDER PRESCHER‘ und auch ‚BUDDY & THE CRUISERS‘, beides Urgesteine der Szene – einfach nicht wegzudenken. Sie hatten ihre Auftritte am Sonntag. Daneben z. B. weitere lokale Größen wie IT’S ME, BLACK ROSIE oder auch eine irische Band, die ‚THREE MORE PINTS‘ (Foto) mit einer Power, wie ich sie hier in Hannover noch nicht erlebt habe. Natürlich dabei ‚ROCKKANTINE‘ und weitere Irish Folk Bands aus der Umgebung.
Da wir nun schon am Ende der Lister Meile angekommen waren und die vierte Bühne am Weißekreuzplatz in diesem Jahr nicht bespielt wurde, schauten wir dort nach mehr als 20 Jahren auch mal wieder beim MASALA Weltbeat Festival Hannover vorbei und hatten das Glück gerade – umsonst und draußen - auf der UNESCO CITY OF MUSIC BÜHNE mitten auf der großen, zum Teil schon verbrannten - wir schrieben gerade erst den 1. Juni des Jahres - Rasenfläche mit dem MUMUVITCH DISKO ORKESTAR aus Mannheim eine multikulturelle Star Gruppe (Foto), wie wir sie – ehrlich – so noch nicht erlebt hatten. Und das begeisterte Partyvolk zwischen weißen Zelten und Ständen sang und tanzte mit: Menschen so ziemlich aller Kulturen und Hautfarben hüpften wie wild mit, tanzten, lachten, applaudierten ob der Wahnsinns-Performance dieser rund 10 fantastischen Solisten, die immer wieder zu neuen Formationen verschmolzen und intensiv mit den Zuschauern kommunizierten. Alles in großer, ja eigentlich fast selbst-verständlicher Harmonie und gemeinsam. Wir waren echt angetan. Eingeladen hatte der Veranstalter, das PAVILLON KULTURZENTRUM, Musiker & Gruppen aus den UNESCO CITY OF MUSIC-Partnerstädten. Grandios.
Gundula und ich machen das immer mal wieder gerne, nämlich über den Tellerrand der COUNTRY MUSIC hinweg zu schauen, auf das ‚was es ‚sonst noch so gibt‘. Heute mussten wir feststellen – bei aller Liebe zur Country Music –dass es da noch manch andere erlebenswerte Facetten musikalisch begeisternder Stilrichtungen gibt. Schön, dass das so ist!

Bericht & Fotos: Wolfgang J. S. Weiher