TOM ASTOR, EL MAESTRO: LIVE AUF KÜSTERS HOF

WUNSTORF/NIEDERSACHSEN:

‚Wir sind ‚Schweine-Bauern‘ aus dem Westfälischen‘, sprach mich einer von zwei jungen Leuten nach einem fulminanten Auftritt von Deutschlands Super Star der Country Music nach dem Konzert in Küsters Hof an. Es ging schon auf Mitternacht zu: ‚Wissen Sie, ob Tom noch herauskommt . . . für Autogramme usw.?‘ Wusste ich zwar nicht genau, jedoch ermutigte ich sie, noch zu bleiben: ‚Ja, ich denke, was er verspricht, das hält er auch‘. Fast eine Stunde später traf ich die beiden wieder, draußen auf der Terrasse, wo noch eine ziemlich lange Menschenschlange darauf wartete, mit ihrem Star ein paar Worte wechseln zu können, ein Autogramm zu erhalten oder eine CD zu erwerben. Alle schienen ganz geduldig und überglücklich, hier und heute dabei sein zu dürfen. Auch die Jungs hatten zwischenzeitlich ihre CD und ihr Autogramm von Tom ergattert und waren – einfach nur happy! Und einer schob noch nach:‘ Wissen Sie, was mir meine Mutter zuhause vorspielte, als ich in recht jungen Jahren wegen einer Ausbildung das Elternhaus verlassen musste??? Das Lied JUNGER ADLER, das werde ich nie vergessen . . .
Heute hatte er unter vielen anderen auch diesen Song wieder live gehört. Er hatte er sich zusammen mit seinem Freund einen alten Campingbus ausgeliehen; heute Nacht wollten sie nicht mehr nach Hause ins Westfälische, sondern hier am Ort darin übernachten und in Erinnerungen schwelgen. Platz war im idyllischen Rund um Küsters Hof herum reichlich vorhanden.
Toms Lieder sind ja tatsächlich in den Jahren zu Liedern für drei, manchmal sogar bis zu vier Generationen geworden. Unsereins, wie auch Tom mit seinen 75 Jahren, auch schon in die Jahre gekommen, gehört auch dazu – smile!
Nach einem unterhaltsamen Vorgespräch draußen auf der Terrasse (Foto weiter unten) begann dieser Abend pünktlich um 20 Uhr. Während gut zwei Stunden präsentierte Tom ein Programm (im Halb-Playback), das seines Gleichen sucht. Auftakt mit TAKE IT EASY, dann NUTZ DIE ZEIT, gefolgt von einem Medley, 14 TAGE -14 NÄCHTE, ICH HAB MIR GESCHWOR‘N - mit einem Gitarrensolo (einfach klasse!), Text von Tom. Musik von seinem Sohn LEIF BRÄUTIGAM. Weiter ging’s mit  DAMIT ES SO BLEIBT . . .WIE ES IST, WIE ES WAR, alles auch als gut gemeinte Ratschläge zu verstehen, die man(n) vielleicht erst so richtig versteht, wenn man etwas älter geworden ist! Die Zeit damit verging wie im Fluge, und mit VOLLER KRAFT VORAUS ging es dann in die Pause!
Pünktlich nach 20 Minuten dann geht’s weiter mit MUSIK IST DER WEIN FÜR DURSTIGE SEELEN (Wayfaring Stranger), WIR WOLL’N LEBEN, solange wir leben (RED RIVER VALLEY . . . ach, wie lang ist das schon her!). Ein Mann ist nur ein starker Mann MIT EINER STARKEN FRAU . . . und auf Kommando sangen alle mit, vor allem auch die Männer, die es bereits verinnerlicht hatten: ‘MIT EINER STARKEN FRAU‘ im gut besuchten nach draußen, zur Terrasse und dem großen Grill mit einem eigenen Sitzbereich (rustikale Tische und Bänke, wo man in Ruhe speisen konnte), offenen Veranstaltungsraum (es war ja Sommer) – immer wieder, zweimal, dreimal wurde der Refrain mitgesungen. Herrlich! Und überhaupt: fantastisch, dass wir bei all unseren Aktivitäten hierher in diese freundliche Atmosphäre in Küsters Hof und mit diesem liebenswerten Künstler angereist waren!
Dann ein Song von seinem ehemaligen, durch einen tragischen Flugzeugunfall viel zu früh verstorbenen Duett-Partner JOHN DENVER: TAKE ME HOME COUNTRY ROADS. Und so ging es weiter, keine Müdigkeit bei den Zuhörern, im Gegenteil, es wurde eher noch voller und gerade direkt vor uns baute sich eine ‚etwas‘ ältere ‚Boygroup‘ auf, groß & stark, jedoch friedlich: sogar mal ein Lächeln in diese Richtung, klar doch, mal ein Lächeln zurück; Gundula bewahrte sich tapfer ihren Platz auf dem Hocker an der Bar direkt daneben – smile: eine STARKE FRAU eben! Dort bedienten Chef ADIS und zwei Kollegen äußerst flott und charmant ihre Gäste. Lange warten? Gab’s nicht, ein frisches Getränk, oder gleich fünf große Biere? Ruck-zuck standen sie frisch gekühlt fertig auf dem Tresen.
Gerade ertönte LUCILLE, kannte natürlich jeder, genau so, wie den rührseligen Text, es folgte ein JOHNNY CASH MEDLEY mit RING OF FIRE, I WALK THE LINE, (geh Deinen Weg!), FOLSOM PRISON BLUES. Gleich danach war ROCK’NROLL angesagt, aus Toms und meiner Jugendzeit Ende der 50er-Jahre. Tanzstunden- und Teenager-Zeit, Zeit auch der Halbstarken, oder wie Tom sie in seinem Song nannte: BRAVE REBELLEN.
Ein Sprung in die End-Achtziger Jahre, 1988, 89, 11.11. in der Deutschlandhalle in Berlin. Eine bewegte Zeit. Eine Zeit des Umbruchs. Chance für einen friedlichen Neubeginn???
Ja, und dann ging’s erst auf die Zielgerade. Als nämlich JUNGER ADLER (siehe oben) erklang. Nun gab es niemanden, egal, ob weiblich oder männlich, der nicht aus vollem Herzen mitsang! Aus voller (!?) Kehle, begeistert vom Konzert dieser Legende TOM ASTOR, der mit seinen Liedern nun wirklich schon seit Jahrzehnten immer wieder große Freude bereitet – oftmals zum wiederholten Male. Auch heute: donnernder Applaus, der lange anhielt. Schluss? Tom blieb recht lange im Backstage. Würde es doch noch eine Zugabe geben??? Die ersten bewegten sich allmählich gingen Richtung offener Eingangstür . . .Und? Tatsächlich, er hatte sich ‚rumkriegen‘ lassen, kam noch einmal zurück und hatte mit dem Abschluss-Song eine brillante Idee gehabt: VON DEN BLAUEN BERGEN KOMMEN WIR . . .unser Lehrer ist genauso dumm wie wir . singen (Ja, ja) YEAH YEAH JIPPIE JIPPIE YEAH, ein Kinderlied der Extraklasse, das jeder kannte!
Ein wunderbarer gut zweistündiger musikalischer Country Abend ging nun damit zu Ende. Jedoch war damit noch nicht alles so ganz vorbei: siehe oben zu Beginn! Die vielen Fans hatten ja weitere mannigfaltige Wünsche. Und? TOM ASTOR erfüllt sie alle, mit großer Gelassenheit, Charme und Geduld. Vorbildlich, wie seit Jahrzehnten schon. Er weiß, was er seinen vielen, vielen Fans im Lande zu verdanken hat . . .BRAVO!!!

Bericht & Fotos: Wolfgang J. S. & Gundula Weiher