Ein absolut einmaliges Reunion Sonderkonzert nach 25 Jahren

Was ist los auf dem ISERNHAGEN HOF ? Na, was wohl ?

Andy Lee & Tennessee Rain

Zwei Jahre ist es schon wieder her, dass wir diese immer wieder anheimelnde, außergewöhnliche Location an der Hauptstrasse 68 in Isernhagen FB nördlich von Hannover besucht hatten. Aber dieses Ereignis durften wir uns nicht entgehen lassen. Der hannoversche, bundesweit bekannte und beliebte Piano-Rocker Andy Lee spielte noch ein einziges Mal zusammen mit den Weggefährten seiner damaligen Band TENNESSEE RAIN, mit der er 15 Jahre lang auf Tour gewesen war: in genau der Formation, die an uralte Zeiten erinnert - im legendären COUNTRY CLUB NASHVILLE an der Vahrenwalder Strasse in Hannover nämlich!
Wie immer wieder gerne, waren wir bereits eine halbe Stunde vor Beginn dort angekommen. So ergab sich dann auch mal wieder eine Gelegenheit, mit den Protagonisten von damals backstage ins Gespräch zu kommen, als da waren AXEL PRESCHER (Foto), Lead- und Bassguitar und Gründer von Tennessee Rain, auch bekannt geworden mit seiner Band ‚Under Prescher‘ (nettes Wortspiel!) oder auch, wie kürzlich im Sommer beim Musik-Festival in Wathlingen erlebt, der Formation ‚The Seventees‘! Okay, mittlerer Weile sind dort alle über siebzig.
Und natürlich war sein Sohn CHRISTIAN PRESCHER (Foto), perfekt an den Drums, damals auch schon dabei. Wie auch MARC HOTHAN, Super Gitarrero, Moderator, Entertainer und Créateur par excellence und an der Leadgitarre kaum zu überbieten; heute im ersten Part allerdings Bassgitarre spielend und froh, obwohl die Umstellung auf die dünnen, scharfen Saiten seines eigentlichen Instruments ihm da kurzweilig ein ganz klein wenig zu schaffen machen schien. Doch dann brach es aus ihm heraus!
Der King am heutigen Abend gesellte sich erst einige Songs später zu seinen Weggefährten, und wurde mit aufbrandendem Extra-Beifall herzlich begrüßt, MISTER ANDY LEE (Foto unten mit Marc Hothan im Hintergrund), der absolute Maestro am ‚flammenden‘ Piano! Einem ‚on dit‘ zufolge besitzt er drei von dieser Art, wobei zwei davon (vielleicht wegen der unaufhaltsam hämmernden Hände (oder auch schon mal der Füße, Ellenbogen usw. usw.) wohl ständig in Reparatur seien . . . Wer ihn einmal so erlebt hat, wird diesen Künstler und seine faszinierende Art ‚das Piano zu bearbeiten‘ nicht so leicht wieder vergessen können!
Der einzigartige Festsaal mit seiner bestechenden in warmes Licht getauchten riesigen Holzkonstruktion besticht sofort, nachdem man das Entree durchschritten hat. Dort an der Stirnwand eine große Garderobenwand, und links und rechts ein Merchandising-Stand sowie eine ‚Foto-Ecke‘, die dann später in der Pause zum Meet & Greet mit den Künstlern von vielen Besuchern, Freunden und Bekannten eifrig genutzt wurde. Dann geht es durch mächtig hohe Türen hinein in den heute zum Konzertsaal umfunktionierten Raum. Lange Tischreihen, beidseitig mit Stühlen (und reservierten Plätzen), jeweils schräg zur Bühne hin aufgestellt, mit guter Sicht also überall. Nur direkt vor der Bühne, dazu an einer Seite sowie im hinteren Teil unterhalb der Empore frei gelassen. Hinten dazu quer zum Saal ein Servicebereich, an dem es frische Getränke und kleine Appetithappen zu essen gibt. Ganz nebenbei: die Frikadellen, dazu der würzige Kartoffelsalat und ein leckeres Alster – ein Gedicht, genau richtig für den kleinen Appetit zwischendurch. Das alles bei freundlichem und aufmerksamem Service und zivilen Preisen.
Den Opener machte, wie oben schon angedeutet, Tennessee Rain, zunächst ohne ihren Andy, mit BLUE SUEDE SHOES, perfekt als Aufmacher ausgewählt. Und hier schon begegneten sich Country und Rock’n’Roll: die Story basiert auf einer wahren Begebenheit, die JOHNNY CASH in seiner Zeit als Funker der US Army in Landsberg am Lech, in Bavaria, good Old Germany, tatsächlich erlebt hatte und sie später CARL PERKINS erzählte, der daraus 1955 einen Song machte, der wiederum kurze Zeit danach zu seinem größten Hit wurde, nachdem er am 1. Januar 1956 bei SUN RECORDS veröffentlicht worden war. Woraufhin dessen legendärer Chef SAM PHILLIPS ihm, dem Carl Perkins, als im April diese Single 1 Million mal verkauft worden war, einen Cadillac schenkte. Kein Wunder eigentlich, dass auch ELVIS sich dieses Titels annahm und Blue Suede Shoes bereits zum ersten Mal im Februar bei einem seiner ersten Fernsehauftritte sang. Das ist Musikgeschichte pur und zeigt, in welch enger Beziehung Rock, Rock’n‘Roll und Country Music und deren Künstler schon damals standen! Das alles bekam man allerdings zeitnah nur mit, wenn man einen der beiden Radiosender AFN oder BFN (American- oder British Forces Network) empfangen konnte, oder eben das (Taschen-) Geld für eine Single hatte (die Version von Elvis übrigens erschien in Deutschland bereits 1957 bei RCA Records) oder eine solche ggfs. eintauschen konnte und, ja, und auch einen eigenen Plattenspieler besaß; denn auf dem in der Musiktruhe im elterlichen Wohnzimmer war das eher nicht gestattet. Ach, eine herrliche Zeit als junger Pimpf. Ich könnte schon wieder ins Schwärmen geraten. Hierzu noch ein heißer Insider-Tipp aus diesem Sommer 2016: Die CD ‚Stephan CKoehler sings  CARL PERKINS-BLUE SUEDE SHOES‘ mit weiteren Titeln wie z.B. TUTTI FRUTTI. Memories are made of this . . .
Man gestatte mir im Nachhinein diesen kleinen musikalischen Ausflug. Nun also wieder zurück zum Geschehen im Isernhagenhof hier und heute.
Einige Songs später gesellte sich Andy gemessenen Schrittes aus den Tiefen der Bühne kommend, zu seinen Mannen. Und dann ? Ja, genau, dann ging es erst so richtig los. Für viele im Saal, wie die durchaus stark vertretene Gruppe ‚60 PLUS******‘, eine Nostalgiereise der ganz besonderen Art! Aber auch für die jüngeren Besucher/innen galt nun: Let the good times roll . . .
Song auf Song ging’s rockig weiter; I FEEL ROCKIN‘, LAWDY MISS CLAWDY, Axel mit BAD MOON RISING, auch ein ELVIS-Medley: ALL SHOOK UP, natürlich der JAILHOUSE ROCK, und auch der HOUND DOG, wiederum mit Axel an der Gitarre mit KANSAS CITY. Dann wieder Marc an der Gitarre: I’M READY, ein Muss: MATHILDA, gefolgt vom CHEROKEE BOOGIE, HIGH SCHOOL CONFIDENTIAL, wiederum Christian lautstark mit TWIST & SHOUT usw. usw. Zwischendurch kündigte Andy ‚seine‘ Sammlung an: zugunsten des Vereins Kleine Kinderherzen Hannover  e. V. Seine ganze Familie beteiligte sich daran, und wie ich es beobachten konnte, gaben fast alle etwas hinein für diesen ganz besonders guten Zweck, der seit Jahren eine wahre Herzensangelegenheit im Hause Lee ist. Viele wollten also dabei sein bei dieser Aktion ‚WIR ZEIGEN HERZ‘ und damit ihrerseits die Kinderherzstationen der MHH Hannover unterstützen.
Dann war Pause, man konnte sich ein wenig ‚erholen‘! Die Raucher gingen hinaus in die allmählich neblig werdende Novembernacht, man traf sich im Foyer, plauderte, tauschte Erinnerungen aus, schaute am Verkaufsstand vorbei, wo es auch eine brandneue Andy Lee CD zu kaufen gab. Dann ging es rockig weiter: Christian mit RIP IT UP, THE HOUSE IS ROCKIN‘ und ein neuer Musiker tauchte auf, den ich vorher schon backstage kennengelernt hatte: HABA (diesen ‚nickname‘ trägt er bereits seit seinem 15. Lebensjahr –steckt eine nette Story dahinter)! mit ROUND AND ROUND usw. Auch Titeln wie WALKIN‘ TO NEW ORLEANS, SWEET LITTLE SIXTEEN und dem JUNGLE ROCK: und da ging ein allgemeines Raunen durch den ausverkauften Saal, als nämlich der groß gewachsene Andy mit Schwung über sein flammendes Piano sprang . . . Hatte ihm wohl manch einer nun doch nicht zugetraut. Bravo, Maestro!
Dann näherte sich dieser großartige Abend nach rund drei Stunden allmählich dem Ende, natürlich nicht ohne WHOLE LOTTA SHAKIN‘, ein begeisterndes Medley.
Zugaben ??? Die gab es dann natürlich auch noch. ROUGH CUT, da spielte mal wieder Marc die Bassgitarre, natürlich Andys ganz besonderer Titel ES MUSS SCHON ROCKEN (tat es ja heute Abend wohl genug-oder?) Und zum allerletzten Schluss GREAT BALLS OF FIRE.
Ein Klasse 25-Years-Reunion-Concert, das es so sicher nicht noch einmal geben wird. Großer, anhaltender Beifall. Der Isernhagenhof hatte damit mal wieder ein Zeichen gesetzt. Dank an den Veranstalter, ans großartige Publikum, Jung wie Alt, und last but not least an diese hervorragenden Künstler allesamt!

Bericht & Fotos: Wolfgang J. S. Weiher