DVD/CD: Verschiedene Künstler – Concert for George

Der in den sechziger Jahren als Mitglied der Beatles bekannt gewordene Musiker George Harrison, dessen nicht nur musikalisches Engagement für Bangla Desh ihn unsterblich machte, und der als Mitglied der Travelling Wilburys ebenfalls Erfolge feiern konnte, wäre am 25. Februar genau 75 Jahre alt geworden. Sein Krebstod am 29. November 2001 traf die Musikwelt tief. Genau ein Jahr später gab es in der Londoner Royal Albert Hall dann ein sogenanntes Tribut-Konzert, wo sich zahlreiche mit Harrison in Verbindung stehende Künstler versammelten. Dessen Aufzeichnung lief unter dem Titel „Concert for George“ in ausgewählten Kinos der USA und in Deutschland, und in einigen Ländern sogar im allgemeinen Kinoprogramm. Das folgende Jahr brachte aufgrund der Forderungen aus Fankreisen und Musikern die Veröffentlichung des besagten Konzertfilms auf DVD. Inzwischen mit 8-fachem Platin ausgezeichnet, übertrafen die Verkäufe des Streifens seitdem alle Erwartungen.
Jetzt, anlässlich des eingangs bereits erwähnten Geburtstags von George Harrison, gibt es eine tolle Neuveröffentlichung dieses Konzertereignisses. In verschiedenen Ausgaben wird das „Concert for George“ nun angeboten, einmal als Doppel-CD (Concord 88807203002), als Box mit 2 CDs & 2 Blurays (Concord 88807203003), auf 4 Langspielplatten (Concord 88807203006), oder – als Krönung – alle genannten Variationen zusammen, und dazu gibt es dann ein rund dreihundert Seiten starkes gebundenes Buch. Letztere – genannt „Exclusive Deluxe Edition“ (Concord 88807203007) – kostet mit US-$ 350,- auch nicht gerade wenig. Dem Vernehmen nach soll sie trotz der preislichen Hemmschwelle bereits ausverkauft sein.
Die hier vorliegende Ausgabe enthält 2 CDs & 2 DVDs. Bei der CD-1 wird man naturgemäß zurückhaltend reagieren, denn hier dominieren indische Klänge und Gebete. CD-2 dagegen läuft über fast achtzig Minuten hinweg ganz nach dem Geschmack der meisten Fans ab. Hier dominieren die Songs und vor allem die Stars, auf die man ja eigentlich wartet, Eric Clapton oder Tom Petty beispielsweise, sie alle kommen mehrfach zu Wort. Eine kleine Sensation bedeutet auch die gleichzeitige Anwesenheit der letzten beiden Beatles auf demselben Konzert. Ringo Starr gibt seinen Hit „Photograph“ zum Besten, und lässt es bei „Honey Don’t“ richtig rock’n’rollen. Paul McCartney stellt dem Publikum sogar vier Titel vor, und alle, also „For You Blue“, „Something“, „All Things Must Pass“ sowie „While My Guitar Gently Weeps“ stammen aus der Feder des verstorbenen Ex-Kollegen.
Die beiden DVDs unterscheiden sich doch merklich. DVD-1 zeigt das komplette Konzert, bietet also rund zweieinhalb Stunden lang sämtliche Ansagen, Titel, Wortbeiträge, usw. Bei DVD-2 geht es etwas gestraffter zu, denn dies ist die Version die jetzt auch in den USA und Kanada in ausgewählten Kinos gezeigt wird. Die Spieldauer beschränkt sich hier auf rund einhundert Minuten. Dafür gibt es aber noch ein paar Zusätze, wie eine Bildergalerie, und bei den Extras lassen sich rund zehn Minuten lang Interviews, beginnend mit Ringo Starr, aufrufen. Proben von Georges Band und ein Beitrag zu Monty Python ergänzen das Angebot.
Als Sprache wird natürlich Englisch verwendet. Untertitel gibt es für bestimmte Beiträge ebenfalls, jedoch ist Deutsch erstaunlicherweise nicht dabei. Das Bild fühlt sich im 16:9-Format am wohlsten.

Ulrich K. Baues