DVD: Wyoming Bravados

Im Städtchen Emporia geht es jeden Abend rund, denn die Cowboys feiern ausgelassen, und Übergriffe auf Frauen sowie Schlägereien sind an der Tagesordnung. Nachdem der Sheriff heimtückisch im Saloon erschossen wurde, sieht Bürgermeister Ned West (Lowery) keine andere Möglichkeit: er ersucht beim Gouverneur von Wyoming um Freilassung des Revolverhelden Waco (Keel), damit dieser den vakanten Posten als Ordnungshüter übernimmt. Der Plan geht auf, und Waco nimmt die Aufgabe sehr ernst. Sein Hauptwidersacher ist der Salooninhaber Gore (Smith), samt Helfer Bill (Kelley). Erst jetzt stellt sich auch noch Wacos frühere Bekanntschaft mit Jill (Russell) heraus, die inzwischen die Gattin des Pfarrers Stone (Corey) wurde. Dies sorgt ebenfalls für gewisse unterschwellige Spannungen. Wacos weitere Gegner sind Ike und Pete, deren Bruder er auf dem Gewissen hat. Und auch der Bürgermeister wird vom Schicksal getroffen, da seine Tochter Patricia (Olsen) ebenfalls Opfer der Meute wird. Somit bleibt eine alles entscheidende Auseinandersetzung unausweichlich. Beim unvermeidlichen Showdown wird Waco zwar anfangs ausgetrickst, doch da sich die Stadtoberen bewaffnen und auf seine Seite stellen, werden Wacos Gegner ausgeschaltet. Als Pfarrer Stone dann auf offener Straße ein Ende des Blutvergießens fordert, trifft ihn eine tödliche Kugel. Waco sieht seine Aufgabe als erfüllt an, und will Emporia verlassen, wird jedoch von den Einwohnern und natürlich auch von Jill zum Bleiben überredet.
Bekannte Gesichter bietet der Film zuhauf – so Hollywoods früheres Sex-Symbol Jane Russell, die bereits vorher an Marylin Monroes Seite eingestand, dass „Blondinen bevorzugt“ werden; dazu Howard Keel, der später in der TV-Serie „Dallas“ die Rolle des Clayton Farlow ergatterte; mit dabei auch DeForest Kelly, im „Raumschiff Enterprise“ als Dr. Leonard McCoy tätig; und zu guter Letzt John Smith, der lange Jahre „Am Fuß der Blauen Berge“ als Slim Sherman eine Poststation betrieb. Über den Vorspann hört man „Bonanza“-Chef Lorne Greene mit seinem Sprechgesang; die Single „Waco“ / „All But the Remembering“ (RCA Victor 47-8901) plazierte sich in den damaligen „Country & Western“-Charts der US-Fachmagazine Cash Box bzw. Billboard auf Platz 52, bzw. 50. Die Ähnlichkeit zu Greenes großem Vorjahreserfolg „Ringo“ wirkt dabei geradezu verblüffend.
Das hier verwendete Bildformat wurde von 2,35:1 auf 1,33:1 reduziert, und daher gibt es ein paar wenige Szenen, wo nicht alle Akteure entsprechend den Dialogen zu sehen sind. Offensichtlich stand den Herausgebern kein originales Filmmaterial zur Verfügung, sondern einzig ein Videoband, weshalb bei der Abtastung nicht immer alle gängigen Qualitätsanforderungen eingehalten werden konnten. Die deutsche und die englische Version in Dolby Digital lassen sich getrennt aufrufen, wobei die letztgenannte Fassung hinsichtlich Bildqualität einen Tick besser wirkt. Extras oder ein Booklet sucht der Käufer aber vergeblich.
Ulrich K. Baues