DVD: Schlagerrevue 1962

In einem Wiener Theater steht eine Generalprobe zur nächsten Revue an. Dessen Leiterin ist Steffie von Beckessy (Remberg). Dummerweise platzt in diesen Trubel Gerichtsvollzieher Dr. Nußgruber (Böhm). Statt Revueeröffnung soll es eine Versteigerung geben. Es gelingt Portier Niedermoser (Lindinger) zwar, ihn eine Zeit lang in einem Zimmer einzuschließen, um die Proben fortsetzen zu können. Aber natürlich muss er auch wieder herausgelassen werden. Somit findet die angesetzte Versteigerung statt. Unter den mitbietenden Teilnehmern ist auch ein Ölscheich (Ledinek) mit Gefolge, der offensichtlich als „Inventar“ auch Steffie einbezieht. Deren Verehrer Baron Ferdinand Sander (Rojo) will dies natürlich nicht zulassen. So kommt es bei den Geboten zu einem Duell, welches Sander gewinnt. Bei der danach stattfindenden Premiere herrscht dagegen wieder gute Stimmung, und einzig der Ölscheich scheint unzufrieden.
Die etwas lässig ablaufende Handlung diente offensichtlich lediglich dazu, möglichst vielen Künstler die Gelegenheit zu einem Auftritt zu gewähren. Nicht alle vermochten diese Chance für sich zu nutzen, da der Streifen sich an den (west-)deutschen Kinokassen trotz Filmstart noch vor Weihnachten 1961 als nur mäßig erfolgreich erwies. Die von Ted Herold im Cowboydress umschwärmte “Angelina” (Polydor NH 24590) verpasste daher den Einzug in die Hitparaden, ebenso wie die Sonny Boys mit ihren „Zwei Mädchen aus Paris“ (Ariola 45224); bei den Sonny Boys handelte es sich übrigens um zwei Mitglieder der Nilsen Brothers. Trotz Western-Dekoration gelang es Bruce Low ebenso wenig, seinen „Crazy Bob“ (Ariola 45139) den Fans unterzujubeln, und auch Gaby King fiel mit ihrem „Charming Boy“ (Ariola 45199) gnadenlos durch. Einem der beiden Beiträge des deutschen Bill Haley, also Paul Würges, versagte man eine Veröffentlichung auf Single, und seinen „Schwarzen Augen“ (Ariola 45194) versagten die Fans ihre Zustimmung. Diese erteilte man zwar den beiden Missouris für die Androhung „Ich will Dich immer wieder küssen“ (Telefunken U 55320), welche aber in der deutschen Hitparade keine Resonanz hinterließ; hier sieht man übrigens den späteren „Mendocino“-Sänger Michael Holm als eine Hälfte des Duos. Die Aufforderung der passend als Cowboys verkleideten dänischen Kinderstars Jan & Kjeld „Sing, Cowboy, sing“ fand zwar gleichfalls wenig Gehör, aber als Rückseite ihrer Erfolgssingle „Hello, Mary Lou“ (Ariola 45200) hat man sie wohl häufig mit abgespielt. Peggy Brown gelang es dagegen, ihre pessimistische Einschätzung „Keiner weiß, ob sie sich wiedersehn“ (Telefunken U 55374) von Position 24 der Hitparade aus zu verkünden. Noch etwas mehr Glück war Lolita beschieden, die ihre „Lucki-Lucki-Polka“ (Polydor NH 24632) immerhin bis auf Platz 22 der deutschen Hitparade hievte. Auch ihr zweiter Beitrag im Film „Wenn wir uns einmal wiedersehen“ fand immerhin als Rückseite ihres Mini-Hits „Sehnsucht nach Samoa“ (Polydor NH 24640) noch Verwendung. Und einzig Gus Backus gelang es, mit seinem „Mann im Mond“ (Polydor NH 24624) den Spitzenplatz der deutschen Hitparade zu besetzen.
Die DVD enthält einzig den deutschen Ton, und zwar in Dolby Digital 2.0 Mono. Untertitelungen sind nicht vorgesehen. Das Bildformat 1,66:1 erzeugt auf den gängigen 16:9-Monitoren keinerlei schwarze Streifen. An Bonusmaterial gibt es auf der Scheibe den Kinotrailer, und dazu ein farbig illustriertes Booklet mit vielen Informationen über den Streifen, und über sämtliche Darsteller.
Ulrich K. Baues