DVD: Happy-End am Wörthersee

West-Berlin ist seit dem Mauerbau vom Umland abgeschottet. Über die Lotterie „Glück an der Sonne“ erhalten Berliner Schulkinder in den Sommerferien die Möglichkeit, außerhalb der Stadt Urlaub zu machen. Zwei davon, Bienchen (Rasch) und Willy (Koester) freunden sich im Flugzeug an, werden aber dann in Salzburg auf verschiedene Orte verteilt. Bienchen kommt zu drei männlichen Familienmitgliedern, Severin (Hörbiger), Johannes (Prack) und Walther (Philipp), die sich gegenseitig nicht leiden können, aber aufgrund einer Testamentsbestimmung diesen Sommer zusammen verbringen müssen. Da bringt das Kind natürlich Leben in die Villa Waldfrieden. Willy landet bei der erfolgreichen Direktorin Stefanie (Haas). Sie hat natürlich auch ihre Probleme. Durch ein postalisches Missverständnis macht sich Willy sorgenvoll auf den Weg zu Bienchen. Unterwegs trifft er den Unterhaltungskünstler Jerry (Kraus), und hilft ihm indirekt aus einer misslichen Situation. Am Schluss renkt sich alles zum Guten ein, Stefanie und Johannes werden wieder ein Paar, und die Ferienkinder sitzen alle mit Jerry im Bus nach Deutschland und singen mit ihm.
Mit dem Wörthersee im deutschen Kinotitel hatte der Film nichts zu tun, da war die österreichische Original-Bezeichnung Attersee passender. Willy schwärmt – wie ja viele Kinder seiner Generation – vom Wilden Westen, und schon im Flugzeug liest er in einem „Texas Jim“-Westernheft, und antwortet später auf Jerrys Frage nach seinem Berufswunsch mit „Cowboy in Tennessee“. Musikalisch bietet der Film einen irgendwie hineingeschoben wirkenden Auftritt der Beatgruppe „5 Liverpools“ an einer Tankstelle. Deren Titel „Let the Sunshine in“ gab es nicht auf einer Single, sondern fand sich in Deutschland neben anderen Rock & Roll-Songs auf der LP „Tokio International“ (CBS 62460), und hatte nichts mit dem gleichnamigen Song aus dem Musical „Hair“ zu tun. Die Band verfügte über die damals übliche Mischung aus Rock & Roll und Beat im Repertoire, und verzeichnete später unter dem leicht geänderten Namen „Liverpool Five“ einige Erfolge in den USA und Japan. Zu ihrer Diskografie gehören weitere zwei LPs und mehrere Singles auf RCA Victor. Peter Kraus trägt mit gleich zwei Songs zum Soundtrack bei, beide Male rock’n‘rollige Nummern, „Take it Easy, Little Girl“ läuft während des Films, und „Heidi Hodi“ singt er im Bus auf der Rückfahrt. Beide Titel erschienen zwar als Single (Polydor NH 52415), hinterließen jedoch keine Spuren in den Charts. Auf dem Single-Label steht übrigens der unzutreffende Filmtitel „Glück an der Sonne“.
Das 4:3-Bild zeigt auf den gängigen TV-Monitoren links und rechts die unvermeidlichen schwarzen Balken. Als Ton gibt es ausschließlich Deutsch in Dolby Digital 2.0.

Ulrich K. Baues