DVD: Das zerrissene Lasso

Die ersten Szenen dieses Westerns entlarven bereits die Bösen. Zu den Klängen einer Instrumentalversion des „Man from Laramie“ wird im Montana-Territorium des Jahres 1864 eine Postkutsche samt Goldladung von Sheriff Plummer (Reed) und Deputy Silver (Mitchell) gestoppt. Silver erschießt die beiden ahnungslosen Fahrer kaltblütig, und lässt das Gold abtransportieren. Nun erst startet der eigentliche Vorspann mit einem Schaufelraddampfer auf dem Missouri River, musikalisch eingebettet in treibende Gitarrenklänge des damals weithin populären „Twang“-Sounds. Inzwischen trifft US Marshall Jim McDowell in Fort Benton ein. Eigentlich stand jetzt seine Hochzeit mit Nora an, die Feier ist organisiert, die Gäste stehen bereit, doch statt der Braut findet er nur einen kurzen Abschiedsbrief vor. Dafür begegnet ihm vor dem Saloon die Sängerin Rose (Kovack), die ihm anbietet, als Ersatz einzuspringen. Auch der Gouverneur gehört zu den Gratulanten nach der Trauung, und beauftragt Jim mit der Aufklärung der sich häufenden Überfälle auf die Goldtransporte. Jim und Rose kehren zurück nach Virginia City, Jims Wohnsitz. Obwohl Rose sich ehrlich bemüht, will Jim sie schnell wieder loswerden. Anfangs verdächtigt natürlich niemand den Sheriff als Urheber der Überfälle. Unterstützung findet Jim in Deputy Clint (Eddy), der sich anfangs auch Hoffnungen auf Rose machte. Diese will wegen Jims abweisender Haltung von sich aus zurück in den Osten, und Jims Hausangestellte, die Cheyenne-Indianerin Yellow Moon (Burkett), soll sie ein Stück begleiten. Sie werden von der Bande um Deputy Silver gestellt, Yellow Moon wird von Silver getötet, und Rose als Geisel festgehalten. Bedingung für eine Freilassung ist, dass die nächste Postkutsche mit Goldladung ohne Begleitung fährt. Jim geht zum Schein darauf ein, und steuert mit Clint die besagte Kutsche, worin allerdings anstelle des Goldes Dynamit lagert. Letztendlich opfert sich Clint, und lässt die Kutsche beim Herannahen der Banditen explodieren. Die völlig überrumpelten Banditen mit Sheriff Plummer müssen sich nun gegen ein Aufgebot der wahren Gesetzeshüter erwehren, und geraten auch noch in die Fänge der anstürmenden Indianer, die Yellow Moons Tod rächen wollen. Der fliehende Silver wird eingeholt, und getötet. Jim und Rose beschließen, zusammen zu bleiben.
Gleich zwei seinerzeit sehr bekannte Musiker wirken hier mit. Auf der Seite der Bösen ist es Guy Mitchell aus Detroit, in den fünfziger Jahren ein besonders in Großbritannien höchst erfolgreicher Interpret, mit mehreren Nummer-1-Hits (u. a. „Singing the Blues“), der auch zuvor schon in einigen Western zu sehen war; Mitte der sechziger Jahre gelangen ihm auch einige Platzierungen in den Country Music Charts. Die Seite der Guten vertritt Gitarrist Duane Eddy, der ebenfalls auf diverse Erfolge mit seinem hervorstechenden Sound verweisen konnte, und auch in einigen Hollywood-Produktionen mitspielte. Über den Vorspann läuft seine eingangs erwähnte instrumentale „Twang“-Aufnahme „The Wild Westerners“, die es 1962 als Rückseite der Single „The Ballad of Paladin“ zu kaufen gab (RCA-Victor 47-8047). „Paladin“ stammte übrigens aus der in Deutschland nicht gezeigten TV-Westernserie „Have Gun, Will Travel“ mit Richard Boone, erreichte in Großbritannien die dortigen Top Ten, und in den USA langte es immerhin zu einem Platz 33 im Fachmagazin Billboard.
Das DVD-Sprachangebot umfasst ausschließlich Deutsch in Dolby Digital 2.0. Auf 16:9-Fernsehern zeigt das Filmbildformat 1,33:1 am linken und rechten Rand schwarze Streifen. Nach Bonusmaterial sucht man leider vergeblich.
Ulrich K. Baues