CDs: Sylvia Dahl – Käpt’n Gin & Willy Hagara – Es kann im Frühling sein

Bei beiden Künstlern handelt es sich um große Schlagerstars aus den legendären Fünfzigern, und beide gingen kürzlich von uns. Mit Sylvia Dahl verließ uns am 25. Februar dieses Jahres im Alter von 89 Jahren eine Sängerin, deren große Zeit in der ersten Hälfte der fünfziger Jahre lag. Erfolge feierte sie mit „Käpt’n Gin“ oder der „Dudelsack-Polka“, häufig in Begleitung der Drei Peheiros. Allerdings umfasste ihr Repertoire auch Titel aus dem Bereich der Country Music. So lieferte sie 1954 mit „Sieben einsame Tage“ eine klasse Version von Bonnie Lous Hit „Seven Lonely Days“ aus dem Jahr davor ab, und nahm 1957 mit „Das ist die Liebe“ die wohl einzige deutsche Fassung des Elvis-Hits „I Don’t Care If the Sun Don’t Shine“ auf. Andere Aufnahmen wie „He, Mister Banjo“, „In Yucatan“ oder „Oh, Banjo-Man“ liegen zumindest thematisch in dieser Richtung. Die weiteren Titel auf den beiden CDs dokumentieren Sylvia Dahls zahlreiche Beteiligungen an Schlagertiteln.
Am 15. Mai dieses Jahres starb in Wiesbaden im Alter von 87 Jahren der österreichische Sänger und Schauspieler Willy Hagara. Seine erfolgreichsten Jahre waren die späten Fünfziger und frühen Sechziger, als er mehrere Hits landete, und auch in einigen Schlagerfilmen auftrat. Sein Hit „Casetta in Canada“ verhalf ihm zu einem riesigen Bekanntheitsgrad, ebenso „Pepe“, und noch weitere Songs. Erwähnenswert sind an dieser Stelle aber die deutschen Country-Aufnahmen, wie „Geisterreiter“, im Original „Ghost Riders in the Sky“, und „Ich wohne direkt neben dir“, der deutschen Fassung von Ernest Tubbs „Walking the Floor Over You“. In scharfer Konkurrenz zu Bruce Lows Frage „Sag, warum willst du von mir gehen“ findet sich hier auch Hagaras gleichnamige Aufzeichnung von „High Noon (Do Not Forsake Me Oh My Darling)“. Andere Titel heißen „Hello. Old Fellow“ oder „Grüß das Haus am Missouri“. Der überwiegende Teil der verbleibenden Songs besteht aus Hagaras Schlagern, und den Gesangsbeiträgen zu seinen Filmen.

Ulrich K. Baues