CD-Box: Various Artists – Christmas Classics

Weihnachten steht zwar noch nicht unmittelbar vor der Tür, aber dieser erste Tipp für die musikalische Ausgestaltung des Heiligen Abend und der beiden Feiertage hilft bestimmt bei den Vorbereitungen. Auf einen Schlag stellt hier Legacy gleich fünf frühe Weihnachts-LPs inzwischen verstorbener Interpreten als CDs zur Verfügung. Alle blieben dankenswerterweise ungekürzt, es fehlt aber leider auch jegliches Bonusmaterial. Bei den jetzigen CD-Papphüllen innerhalb der stabilen Box handelt es sich um Nachbildungen der damaligen LP-Cover. Jim Reeves eröffnet diesen Reigen mit den 1963 auf RCA Victor erschienenen „Twelve Songs of Christmas“. Die Scheibe schaffte es in der britischen LP-Hitparade bis auf den 3. Platz, und knackte in den USA immerhin die Top Twenty. Ursprünglich und erstmalig gab dieses Album bereits 1962 in Südafrika unter der Bezeichnung „Merry Christmas from Jim Reeves“, allerdings mit lediglich elf Titeln. Unter Hinzunahme der „Silver Bells“ komplettierte RCA das Dutzend, und bot es dann auch den Fans in den USA und Europa an. Über „Elvis‘ Christmas Album“ braucht man eigentlich kaum Worte verlieren. Unmittelbar nach seiner Veröffentlichung vor ziemlich genau sechzig Jahren entwickelte es sich zu einem der größten LP-Verkaufsschlager der späten fünfziger Jahre, mit Spitzenpositionen in den entsprechenden Hitparaden der USA und Großbritanniens. Die zwölf Titel dieser Erstausgabe finden sich hier in Gänze, nur das damalige, vielgerühmte Buchcover fand bei der jetzigen Papphülle leider keine angebrachte Berücksichtigung. 1968 erschien mit „The Perry Como Christmas Album“ je nach Zählung bereits die dritte oder gar vierte Weihnachts-LP des bekannten Interpreten. Auch hier bietet die CD alle elf Songs der Erstveröffentlichung, und eine originalgetreue Nachbildung der ursprünglichen Bildhülle als Pappcover. Desgleichen lässt sich auch über die 1972er Zusammenstellung „The Johnny Cash Family Christmas“ bestätigen. Der „Man in Black“ rief seinerzeit seine gesamte Truppe ins Studio, und alle folgten, also u. a. June Carter Cash, Anita Carter, Carl Perkins, die Tennessee Two, usw. Die jetzige CD-Ausgabe enthält das komplette Repertoire der damaligen Vinylausgabe, einschließlich der Dialoge. Den Abschluss bildet ein Pop-Sänger, der nun gar keine Beziehungen zur Country Music aufweist. Das „Andy Williams Christmas Album“ stand drei Jahre hintereinander auf Platz 1 in den „Christmas Album Charts“ von Billboard, verkaufte sich inzwischen millionenfach, und steht nun als CD-Ausgabe zur Verfügung. Nach Anhörung aller fünf CDs klingeln dem Käufer nun gleich in mehreren Versionen die „Jingle Bells“ im Ohr, bzw. er lauscht überall der „Silent Night“ und auch einige Male der „White Christmas“. Gleichzeitig erhält er aber auch viele seltene Weihnachts-Klassiker aus Nashvilles goldenen Jahren.

Ulrich K. Baues