CD-Box: Rex Gildo – Das ist Musik!

Rex Gildo reduzierte man während der zweiten Hälfte seiner Karriere auf den Ausruf „Hossa“ aus seinem Hit „Fiesta Mexicana“. Zu Unrecht, wie jeder bestätigen wird, der sich ein bisschen intensiver mit der Diskografie des 1999 tragisch ums Leben gekommenen Interpreten befasst. Alexander Gildo – wie er sich bis 1959 nannte – startete als Filmschauspieler, und reduzierte seinen Künstlervornamen zu Rex, nachdem er bei der Electrola einen Schallplattenvertrag erhielt. Sowohl seine Mitwirkungen in Filmen, als auch die teils zeitgleich veröffentlichten passenden Singles, verschafften ihm eine breite Basis überwiegend weiblicher Fans. Bei dieser 3er-CD-Box handelt es sich übrigens nicht um eine Art „Greatest Hits“, sondern es gibt hier eine Mischung aus populären und eher unbekannten Titeln. Bei einigen wenigen, genauer gesagt den ersten vier Titeln der CD-1, handelt es sich nicht um die Originale. Sie tragen den Zusatz Version 1999, und heißen „Fiesta Mexicana“, „Marie, der letzte Tanz ist nur für Dich“, „Der letzte Sirtaki“, sowie „Wenn ich je deine Liebe verlier‘“. Von einigen Remasterungen abgesehen, beließ man alle anderen im ursprünglichen musikalischen Gewand. Es finden sich manche Raritäten, wie beispielsweise seine ersten – noch als Alexander Gildo – erschienenen Titel „Cafeteria Santa Lucia“ und „Babett“. Hinzu gesellt sich das 1959er Duett als Rex & Ricky „Du bist mein Typ“, wobei es sich hinter Ricky der bekannte Allround Musiker Hans Blum (aka Henry Valentino) verbirgt. Es gibt noch zahlreiche weitere Duettaufnahmen, davon alleine vierzehn mit Gitte, vier mit Conny Froboess, und eine mit Vivi Bach. Und es gibt mehrere von Gildos bekannten Songs, wie „Zwei blaue Vergißmeinnicht“ aus dem gleichnamigen Kinofilm, und „Liebe kälter als Eis“ aus dem Streifen „Apartment-Zauber“, wobei es sich bei diesem Song um eine deutsche Version des Elvis-Hits „Devil in Disguise“ handelt. Aus der Country Music stammt Gildos 1962er Aufforderung „Geh nicht vorbei“, im Original Leroy van Dykes Welthit „Walk on By“, und die Abteilung Teenager-Tragödien steuert Ray Petersons Bitte „Tell Laura I Love Her“ bei, die Gildo 1962 als „Das Ende der Liebe“ betrachtete. Einige weitere Titel entstammen Musicals wie „My Fair Lady“ oder „South Pacific“. Große Hits wie seine Zusicherung „Va bene“ von 1960, der „Speedy Gonzalez“ von 1962, oder die Warnung „Der Colt steckt immer im Pyjama“ von 1964 fehlen nicht. Vermissen wird man vielleicht „Dondolo“ oder die „Sieben Wochen bis Bombay“. Die insgesamt 58 hier ausgewählten Songs bieten einen guten Überblick auf das musikalische Können von Rex Gildo, der deutlich mehr vermochte, als nur „Hossa“ zu rufen. Das dünne Booklet beschränkt sich auf diskografische Angaben zu den einzelnen Titeln.
Ulrich K. Baues