CD: Various Artists – We Love Elvis!

Vor wenigen Wochen – genauer am 16. August – jährte sich der Todestag von „King“ Elvis Presley bereits zum 44. Male. Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht. Man kennt sicherlich noch aus den TV-Rückblicken die schier endlose Reihe der weißen Cadillacs, die den mit nur 42 Jahren so unerwartet verstorbenen König des Rock & Roll auf seiner letzten Reise in Memphis, Tennessee begleiteten. Der Jahrestag gab den Anlass zur Veröffentlichung dieser CD, welche inhaltlich aber wesentlich weiter in der Vergangenheit angesiedelt ist. Es geht, genauer gesagt, zurück zu den späten fünfziger Jahren, sowie den frühen sechziger Jahren. Exakt 29 sogenannte Tribute-Songs versammeln sich hier. Allen gemeinsam ist die Beschäftigung mit Elvis. Diese Sammlung umfasst teils recht bekannte Songs und Interpreten, und teils völlig unbekannte Künstler und Titel. Zur ersten Gruppe zählt natürlich der Opener „My Boy Elvis“ von Janis Martin, die es damit zwar 1956 nicht in die Charts schaffte, aber seitdem den Titel „weiblicher Elvis“ als Markenzeichen führte. Der TV-Komiker Lou Monte verbuchte zwar erst 1962 mit „Peppino, the Italian mouse“ eine Art Welthit, ist hier jedoch passenderweise mit seiner bereits 1956 formulierten Aufforderung „Elvis Presley for President“ zu hören. Auch der aus Nashville stammende Otto Bash sattelte auf das Thema „Elvis“ auf. Die CD enthält lediglich seine Single „The Elvis Blues“; allerdings gibt es von ihm hierzulande noch eine 10-inch-LP von 2017, betitelt mit „My Baby Heard Elvis“. Fehlt noch der interessanteste und weithin bekannteste Titel über den „All American Boy“, eine Nummer 2 der US-Popcharts. Hier wird Country Music-Legende Bobby Bare als Interpret aufgeführt, in den meisten Hitparaden steht jedoch Bill Parsons genannt. Die hierzu gehörende Hintergrundstory wird im Booklet leider nicht erzählt. Eddie Cochran & Holly Twins denken hier bereits an Weihnachten, wenn sie den Wunsch „I Want Elvis for Christmas“ äußern, und darin behaupten „You Ain’t Nothin‘ but a Reindeer“. Auch ein späterer Produzent für Elvis mischt hier mit, denn 1959 warnte Felton Jarvis wen auch immer „Don’t knock Elvis“. Twist-Legende Chubby Checker liefert hier „The Class“, mit weiteren Anspielungen, und damit dürfte mancher Fan sich zufriedengeben. Die restlichen Interpretinnen und Interpreten sind kaum bekannt, und werden allenfalls wegen des Bezugs auf Elvis hier aufgerufen. Talentierte Musiker gab es sicherlich darunter. Das Booklet ist zwar dünn, der von Dave Henderson beigesteuerte Text jedoch informativ.
Ulrich K. Baues