CD: Various Artists – Hollywood Princesses

Den Lockrufen seitens der Schallplattenfirmen in Richtung von Fernseh- und Filmstars folgten viele Schauspieler, in Europa und in den USA. Was hierzulande und in Übersee in den dreißiger und vierziger Jahren bestens funktionierte, setzte sich in den fünfziger und sechziger Jahren nahtlos fort. Es gab in dieser Hinsicht natürlich auch zahlreiche vergebliche Versuche. Diese CD stellt einige der mehr oder weniger erfolglosen Darstellerinnen ab Mitte der fünfziger Jahre vor. Bei der New Yorkerin Patty McCormack handelt es sich – wie bei den meisten hier vertretenen Personen – um eine Kinderdarstellerin und spätere Schauspielerin in unterschiedlichen Genres. Ihre 1958er Scheibe auf Dot Records „Kathy-O“ samt Rückseite blieb ihr einziger Versuch. Die Kanadierin Darlene Gillespie kann dagegen einiges mehr an Veröffentlichungen aufweisen, es gibt sieben Songs, eine Auswahl ihrer zwischen 1957 und 1960 erschienenen Singles auf Buena Vista, Disneyland & Coral. Einen einzigen Titel steuert die ansonsten recht erfolgreiche Connie Stevens mit „Between the Devil and the Deep Blue Sea“ bei, seinerzeit nicht bei ihrer Plattenfirma Warner Brothers erschienen. Von Judy Valentine aus Boston gibt es zwar mehrere Schallplattenaufnahmen, hier wählte man aber nur die Titel ihrer 1959er Single auf ABC-Paramount „Gum Drop / I Have a Loved One“ aus. Die Geschwister Corcoran gab es in unterschiedlichen Zusammensetzungen, und hier gibt es die einzigen Aufnahmen von Noreen & Donna. Mit Darla Hood begegnen wir einer jungen Dame aus der in Deutschland sehr bekannten TV-Serie „Die kleinen Strolche“, die mehrere Singles veröffentlichte. Vier Rückseiten-Titel gibt es hier von ihr aus den Jahren 1959-1961, von den Plattenfirmen Ray Note und Acama. Die New Yorkerin Angela Martin startete mit Connie Francis in der gleichen Show, verlegte sich dann aber mit mehr Erfolg aufs Songschreiben, und nahm einige Singles auf. Die vier Titel der beiden ersten Scheiben von 1961 hört man hier. Tuesday Weld dagegen wagte sich 1962 nur ein einziges Mal ins Tonstudio, daher hört man nur die leicht rockige Frage „Are You the Boy“; die Rückseite “All Through Spring and Summer“ geht anstandslos als Country-Song durch. Mit Roberta Shore kommt die Königin dieser CD, acht Songs trug sie hier bei, und neben Tuesday Weld verfügt sie hierzulande über den höchsten Bekanntheitsgrad: sie spielte in der TV-Serie „Vater ist der Beste“ mit, und war als Richter Garths Tochter Betsy über vier Staffeln hinweg eine der „Leute von der Shiloh Ranch“. Beschlossen wird die Scheibe von den beiden einzigen Gesangstiteln der Kalifornierin Beverly Washburn, erfolgreiche TV- und Filmschauspielerin; sie erschienen 1963 bei Smash Records, blieben aber ohne die erwünschte Resonanz. Das dünne Booklet nennt diskografische Angaben zu allen Titeln, und stellt die Interpretinnen kurz vor.
Ulrich K. Baues