CD: VA - Rockin with the Krauts – Vol. 2

Gegenüber der Vorläuferausgabe („Rockin' with the Krauts – Vol. 1“, siehe Country-Mag vom 28. August 2021) setzt die jetzt vorliegende zweite Ausgabe noch einen drauf – stattliche 32 Titel statt zuvor 31. Inhaltlich änderte sich am gelungenen Konzept nichts. Auch alle jetzt hierfür ausgewählten Songs fallen unter das „Rockin‘“-Motto, verfügen über das erwartete Tempo, und werden hier vor dem Vergessenwerden bewahrt. Beim Opener „Black Boy Jackie“ mit Paul Würges steckt man sofort tief im Rock’n’Roll drin, wogegen anschließend Bill Ramseys live-Version von „Caledonia“ mitreißenden Boogie bietet. Aber dies ist ja nur der Auftakt, denn ähnlich rockig geht es insgesamt fast achtzig Minuten lang ohne Pause weiter. Halbwegs vertraute Songs wechseln sich mit hier teils erstmalig zu hörenden Titeln ab. Beispielsweise besingt Ted Herold den nicht unbekannten „Crazy Boy“ von 1959, wogegen Marika Rökks eindeutiger Einladung zu „Einer Party bei mir“ aus dem gleichen Jahr vermutlich kaum jemand folgte. Rex Gildos Feststellung „Liebe kälter als Eis“ aus dem 1963er Kinofilm „Apartment-Zauber“ fand damals weithin Zuspruch, die Frank Olsen zum selben Zeitpunkt bei seiner Nachfrage „Bist Du noch mein Baby“ vermisste. Eine ähnliche Konstellation gibt es auch für das Jahr 1964, in dem die Rattles ihr „Baby Jane“ ausführten, wogegen Michael Holms Duettpartner bei den Missouris, Ted Hiller, nur spärliche Begleitung nach „Memphis, Tennessee“ fand. Unter den weiteren hier vertretenen Künstlern entdeckt man u. a. den Schweden Little Gerhard, den Briten Billy Sanders, und dazu die Indo-Rocker von The Javalins. Die heimische Szene vertreten Wolfgang Sauer, Harry Glück, Jörg Maria Berg, oder auch Ralf Bendix. Ob nun bekannt oder nicht – sämtliche Titel bieten Rock’n’Roll oder auch Boogie vom Feinsten. Auf jeder Party dürfte das Einlegen dieser CD die Stimmung mühelos zum Kochen bringen. Und ebenso wie bei der Vorgängerin liegt auch der „Vol. 2“ ein wiederum mehr als 30seitiges, reichlich illustriertes Booklet bei, ähnlich wie „Vol. 1“ strukturiert, mit unzähligen Informationen über die späten fünfziger und frühen sechziger Jahre, sowie über sämtliche hier ausgewählten Interpreten.
Ulrich K. Baues