CD: Stan Martin - Whiskey Morning

Stan Martin ist auch einer dieser Künstler, die schon seit ewigen Zeiten ein klasse Album nach dem nächsten abliefern, die, einfach ihrem Herz folgend, stets der "echten" Country Music treu bleiben, dabei niemals antiquiert wirken, aber weit entfernt sind von einem Major-Deal und somit in Nashville kaum Beachtung finden. Irgendwie ist das ein Drama. Wie dem auch sei, der scheinbar "ewige Geheimtipp" Stan Martin aus Boston kommt mit dem nächsten, prächtigen Album. "Whiskey Morning" bietet glänzenden, unverfälschten, voller wunderbarem Twang steckenden Country, Bakersfield Country, Honky Tonk und Hillbilly Country, durchzogen mit den Spuren und Einflüssen solcher Größen wie Merle Haggard, Buck Owens, Marty Stuart und Dwight Yoakam. Jeder Song auf diesem Album ist eine Klasse für sich. Bestimmt wird das Geschehen, neben Martin's klasse Gesang, von dessen vorzüglichem Telecaster-Spiel und der Arbeit des Grand Ole Opry Steelguitar-Virtuosen Pat Severs. Aufgenommen wurde das Album dementsprechend in Nashville, produziert von dem berühmten Nashville-Bassplayer Dave Roe, unter Einbindung weiterer Nashville-Musiker wie Dave Dunseath (drums) und Mike Baker (acoustic guitar). Nicht nur Songs wie der wundervolle, von jeder Menge Bakersfield-Esprit bestimmte Uptempo-Opener "Champagne Wishes", der lupenreine Honky Tonker "Come On Trouble" (sehr schöne Melodie, tolles Pedal Steel- und E-Gitarren-Picking), die mit feinen Dobro-Klängen verzierte Ballade "If", oder das wie eine mitreissende Mischung aus The Mavericks und Dwight Yoakam rüberkommende, flotte "The Note" sind absolute Highlights, nein, das komplette Album ist, wie gesagt, ein "Hit". Stan Martin hätte es längst verdient, größere Aufmerksamkeit zu erlangen. Egal, er bleibt sich selbst treu und spielt seinen wunderbaren, erfrischenden Country. Weiter so, das ist einfach ganz große Klasse!

Jürgen Thomae

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