CD: Ringo Starr – What’s My Name

Im positiven Sinne gibt es hier nichts Neues bei Ringo Starr: er zeigt das V-Zeichen, fragt alle Welt „What’s My Name“, und liefert unter diesen Aspekten zehn mehr oder weniger ordentliche Songs ab. Blickt man auf die Liste der Musiker und liest die Studiobezeichnung, entdeckt man durchaus vertraute Namen wie Paul McCartney und Joe Walsh, und erkennt als Roccabella West wieder Ringos eigenes Studio daheim in Los Angeles. So weit, so gut, doch leider entfernt sich Ringo mit „What’s My Name“ nun wirklich meilenweit von dem vor zwei Jahren einmal angekündigten Country-Album mit Aufnahmen in Nashville. Den jetzigen Opener „Gotta Get Up to Get Down“ schrieb Ringo mit seinem Schwager Joe Walsh, doch diese Empfehlung reißt wohl nicht jeden vom Hocker. Mit „It’s Not Love What You Want“ geht es aber dann ein bisschen in Richtung Rock & Roll, bevor in „Grow Old with Me“ wieder nachdenklichere Töne die Oberhand gewinnen; bei „Grow Old with Me“ handelt es sich um einen der letzten von Beatle John Lennon geschriebenen Songs, im Original noch von ihm im November 1980 aufgenommen, kurz bevor ihn in New York die tödlichen Schüsse trafen. Während es sich bei dem mäßig rockigen „Magic“ um einen ebenfalls von Ringo mitgeschriebenen Titel handelt, wechselt die CD beim Geständnis „Money (That’s What I Want)“ in die Oldieecke, denn hiermit kommt ein ursprünglich 1960 von Barret Strong veröffentlichter Rhythm & Blues-Hit zu neuen Ehren, der drei Jahre nach seinem damaligen Erscheinen auch eine Aufnahme seitens der Beatles erfuhr. Die darauf dann folgenden drei CD-Titel entstammen alle der Zusammenarbeit zwischen Ringo und unterschiedlichen Songwritern, und lassen seinen leicht rockigen Stil gut rüberkommen. Besonders die Forderung „Send Love Spread Peace“ passt gut zum früheren Beatle, da will man wirklich nicht mit negativen Sprüchen stören. Den Abschluss bildet hier der vom australischen Musiker Colin Hay geschriebene Titelsong, den die Plattenfirma als – bislang erfolglose – Single veröffentlichte. Hier steckt Tempo drin, man hört die Spielfreude heraus, und Ringo trommelt ordentlich auf dem Schlagzeug herum – diese Art von schmissigen Rock & Roll wünscht man sich von ihm wesentlich häufiger. Doch Ringos Fans werden auch sein jetziges Album zu schätzen wissen, und müssen sich dann zwischen dieser CD und gleich zwei angebotenen Vinylausgaben (Roccabella 602508243752 schwarzes Vinyl, und 602508243769 blaues Vinyl) entscheiden. Die Songliste ist bei allen Tonträgern identisch. Das dünne Booklet liefert zu sämtlichen zehn Titeln die üblichen Aufnahmedaten, und zeigt ein weiteres Farbfoto von Ringo.
Ulrich K. Baues