CD: Oklahoma! Original Cast & Original Soundtrack

Während des Jahres 1943 lief am New Yorker Broadway im dortigen St. James Theater das Western-Musical „Oklahoma!“ an. Nach über zweitausend ausverkauften Vorstellungen galt dies als eines der erfolgreichsten Bühnenwerke überhaupt. Die spätere Verfilmung wiederholte diesen Triumph, denn die Hollywood-Version von „Oklahoma!“ zählte 1955 in den USA zu den fünf meistbesuchten Kinostreifen. Auch die musikalische Ausbeute ließ sich sehen: in den vierziger Jahren verkaufte sich die Broadway-Fassung als Kollektion von sechs 10-Zoll-Schellacks ganz hervorragend. Die Soundtrack-LP zum Film erschien im August 1955, also noch vor der Kinopremiere, und kletterte im Folgejahr sowohl in den USA als auch in Großbritannien an die Spitze der damaligen LP-Verkaufshitparaden. Diese Doppel-CD schließt beide Versionen ein. Freilich rankt sich das musikalische Angebot ausschließlich um Musical-Melodien von Rodgers & Hammerstein, man sollte also weder Western-Songs noch Country Music erwarten. CD-1 bietet die sogenannte Original Broadway Cast, in den Jahren 1943 und 1944 aufgezeichnet, mit den Stimmen der damaligen Akteure wie Alfred Drake, Joan Roberts, Howard da Silva und Celeste Holm. Wesentlich interessanter geht es für die „Country-Mag“-Leser dann auf der CD-2 zu, auch wenn hier beim Soundtrack die Titelanzahl geringfügig kleiner ausfällt. Hauptdarsteller Gordon MacRae startet in seiner Rolle als Cowboy Curly McLain mit dem bekannten „Oh, What a Beautiful Morning“, und überlässt dann den Mitwirkenden Charlotte Greenwood und Gloria Grahame die folgenden Gesangsbeiträge. Auch Shirley Jones, die spätere Shirley Partridge der TV-Serie „The Partridge Family“, steuert in ihrer Rolle als Curlys Braut Laurey Williams einige Gesangstitel bei, darunter „People Will Say We’re in Love“. Dann gibt es noch Rod Steiger, der den undankbaren Job als Curlys Widersacher Jud innehat. Steiger kennt man natürlich eher als Krimi- oder Westerndarsteller, wie in „Cattle Annie“, „Todesmelodie“ oder „Klondike Fever“; hier trägt er ein etwas schaurig klingendes „Poor Jud Is Dead“ vor. Das informative Booklet enthält eine Abhandlung von Paul Watts über die beiden Produktionen, einschließlich der Darsteller- und Titellisten.
Ulrich K. Baues