CD: Christa Williams – Himmelblaue Serenade

Die Ostpreußin Christa Bojarzin konnte unter dem Namen Christa Williams gegen Ende der fünfziger, und auch noch zu Beginn der sechziger Jahre kleinere und größere Erfolge verbuchen. Mit mehreren Singles kletterte sie in die deutsche Hitparade, und wirkte zusätzlich in einigen Kinofilmen mit. Ihre erfolgreichsten Titel hießen „Himmelblaue Serenade“, im Duett mit Jo Roland, und „Immer will ich treu Dir sein“ (Original: My Happiness) zusammen mit Gitta Lind, beide von 1959. Auf den beiden CDs findet sich eine umfangreiche Sammlung ihrer Schallplattenaufnahmen. Natürlich entsprechen diese den damals geltenden Standards für Schlager, doch dazwischen gibt es auch einige wirklich interessante Schätzchen. Eine deutsche Version von „Diana“ hätte man beispielsweise nicht erwartet, ebenso wenig „Das kommt davon“, wohinter sich Connie Francis‘ „Breakin‘ in a Brand New Broken Heart“ im Original verbirgt. Vertrauter dürften dagegen ihre weiteren Duette mit Gitta Lind klingen, wie „Ein kleines Haus“ (Blueberry Hill) und „Das wird schön“ (Tennessee). Gemeinsam mit Jo Roland verwandelte Williams 1958 den Hit von Don Gibson „Oh Lonesome Me“ in „Oh, das wär‘ schön“. Sie nahm auch originelle Titel auf, beispielsweise zusammen mit Gitta Lind und Showmaster Peter Frankenfeld den Song „Kein Auto“, wobei es sich um eine deutsche Aufnahme des Chordettes-Hits „No Wheels“ handelt. Auch Phil Spectors Komposition „If You Only Knew“ von den Teddy Bears bot Stoff für eine deutsche Version, betitelt „Du sollst bei mir sein“. Immerhin 49 etwas anmaßend als „große Erfolge“ titulierte Aufnahmen bietet die Doppel-CD. Allerdings fehlen einige bekannte Werke, wie z. B. „So liebt dich keine“ (Original: Nancy Sinatras „Like I Do“) von 1962, oder ihr Beitrag zum 1957er Spielfilm „Nachts im Grünen Kakadu“, wo sie den „Gitarren Boogie“ vorträgt. Das Booklet nennt die wichtigsten biografischen Daten der 2012 verstorbenen Künstlerin, und listet alle auf den beiden CDs befindlichen Songs samt Autorenangaben auf.

Ulrich K. Baues