Buch: Top Pop Singles 1955-2012

Kein Tippfehler – dieses großformatige Werk überschreitet tatsächlich deutlich die Zahl von eintausend Seiten. Der Vorgänger (s. Western Mail Dezember 2007) wartete zwar mit einer ähnlich hohen Seitenzahl auf, allerdings bei wesentlich geringeren Abmessungen. Inhaltlich strotzt die inzwischen 14. Auflage der Top Pop Singles nur so vor lauter Informationen. Geblieben und aktualisiert ist natürlich die alphabetische Liste sämtlicher Interpreten, die es während der vergangenen bald sechzig Jahre zu einer Plazierung in den Pop-Hitparaden (seit 1958: Hot 100) brachten. Mittlerweile handelt es sich um weit über achttausend Künstler oder Bands, mit insgesamt mehr als vierzigtausend Hits. Eine unfassbare Zahl, möchte man meinen, doch Joel Whitburn bändigt sie. Namen für Namen stellt er hier im Buch samt kleiner Anmerkungen vor, jeder Hit – ob Schellack, Vinyl, Cassette, CD oder Download – ist registriert, mit Titel, Eintrittsdatum, Verweilzeit, höchster Position, wie lange an der Spitze, usw. Manche Interpreten dürfen sich sogar über eine Illustration freuen, bei anderen werden deren bekannte Songs genannt, die sich eben nicht unter den Hot 100 wiederfanden, oder solche, die es als Territorial Bestsellers nur zu regionalen Ehren brachten. Neu hinzu kommen jetzt die Angaben der Songwriter, sowie bei den physischen Tonträgern die Nennung der Rückseiten. Ebenfalls neu ist die strikte chronologische Gliederung auch bei Einträgen, wo häufige Duett-Aufnahmen vorliegen – diese stehen nun nicht mehr als separater Block. Geblieben sind dagegen die optischen Hervorhebungen besonders erfolgreicher Titel, sowie die Würdigungen in den Buchanhängen. Erfolgreichster Künstler ist weiterhin Elvis Presley – mit riesigem Abstand vor den Beatles. Bei den allgemeinen Auswertungen gibt es auch interessante Bewegungen hinsichtlich der Country Music, Taylor Swift robbt sich in den Most Charted Hits immer höher, Carrie Underwood und Lady Antebellum konnten 64 bzw. 60 Wochen lang in den Hot 100 verweilen, und alle anderen Interpreten wie Tim McGraw, Brad Paisley, Kenny Chesney, Blake Shelton, usw. stockten ihre Hitbilanzen weiter deutlich auf. Neue Rubriken gibt es in Form der Honor Roll, sowie dem „24 Hit“-Club. Die Liste der Nummer-1-Hits endet entgegen dem Buchtitel erst Mitte 2013, nicht ohne 2012 noch Taylor Swift mit ihrem „We Are Never Ever Getting Back Together“ für drei Wochen auf dem ersten Platz zu zeigen.

Ulrich K. Baues