Buch: Top Country Singles 1944-2017

Die Zeit war sicherlich reif für diese in nunmehr 9. Ausgabe erschienene Auswertung der in der Country Music erfolgreichen Aufnahmen. Nicht nur, um alle Neuzugänge seit dem Erscheinen der bislang letzten Auflage (s. Country-Mag vom 14. Dezember 2014) zu erfassen, sondern auch um manche nicht unbedeutende Neuerungen einzubringen. Einige markante Zahlen vorab: diese Chartbilanz umfasst inzwischen die diskografischen Werdegänge von mehr als 2700 Interpreten, also sowohl Solokünstler, als auch Duos, Trios und Bands. Als Fazit kann man daher von über zwanzigtausend Country-Songs ausgehen, die seit Januar 1944 in irgendeiner Form zumindest ein einziges Mal in einer Hitparade des US-Musikmagazins Billboard in den Genres Folk oder Country & Western notiert wurden, sei es bei Juke Box (Musikautomaten), Best Sellers (Verkäufe), Jockeys (Radio), oder später bei Singles/Songs/Airplay. Was auch in dieser neuen Ausgabe selbstverständlich blieb, sind die verlässlichen Angaben zu den jeweiligen Einträgen. Man sollte jetzt übrigens berücksichtigen, dass Billboard seit 2012 wöchentlich zwei Country-Charts ermittelt, einmal das reine „Country Airplay“ mit sechzig Positionen, und zum anderen die fünfzig Plätze umfassenden „Hot Country Songs“. Die Angaben im Buch basieren daher ab Ende 2012 auf den Airplay-Daten, aber auf die anderen Platzierungen wird jedoch wo zutreffend stets hingewiesen. Zu sämtlichen alphabetisch gelisteten Interpreten gibt es also in chronologischer Folge die begehrten Angaben zu jedem Titel, also Datum des Charteintritts, Anzahl der Wochen in den Charts, die höchste erreichte Platzierung in den Country Charts, sowie wenn zutreffend auch die höchste Platzierung in den Pop-Charts von Billboard. Weiterhin erfährt man den Namen der jeweiligen Plattenfirma, die Katalognummer (wenn vorhanden), Titel der Rückseite, und die Namen der Songwriter. Zusätzliche Angaben und Symbole verweisen auf spezielle Ausgaben wie CD oder Cassette, auf Bildhüllen, und einiges mehr. Auch auf Auszeichnungen bzgl. Gold oder Platin wird aufmerksam gemacht. Rund 150 Künstlern spendierte der Autor ein kleines s/w-Foto, meist in Form einer LP- bzw. CD-Coverabbildung, und jeder Eintrag beinhaltet auch kurze Anmerkungen. Aber es geht noch wesentlich weiter: Joel Whitburn brachte nämlich nicht nur die Liste der CMA-Awards (Country Music Association) bzgl. „Single of the Year“ und „Song of the Year“ auf den neuesten Stand, sondern erstellte für die gleichen Kategorien nun auch die entsprechenden Angaben zu den ACM-Awards (Academy of Country Music). Alle neuen Mitglieder der Country Music Hall of Fame bis einschließlich 2018 fanden Aufnahme, und ebenfalls bis zum Stand Mitte 2018 wurde natürlich die Auflistung aller Nummer-1-Hits aktualisiert. Das gilt selbstverständlich auch für die anderen Auswertungen, wie den „Top 100 Hits 1944-2017“, und den „Top 300 Artists“, wobei in der letztgenannten Tim McGraw und Kenny Chesney neu unter den zehn Spitzenplätzen zu finden sind; Spitzenreiter blieben bei den „Hits“ übrigens weiterhin Hank Snow mit „I’m Movin‘ On“ und bei den „Artists“ Eddy Arnold.

Ulrich K. Baues

www.recordresearch.com