Buch: The Western Films of Robert Mitchum – Hollywood’s Cowboy Rebel

Fällt der Name des 1997 im Alter von fast 80 Jahren verstorbenen Hollywood-Stars Robert Mitchum, erinnert man sich umgehend an zahlreiche seiner erfolgreichen Spielfilme. Er wirkte sowohl in spannenden Dramen wie „Kilometerstein 375“ (Thunder Road, 1958) überzeugend mit, als auch in Komödien wie „Vor Hausfreunden wird gewarnt“ (The Grass Is Greener, 1960). Doch der Großteil seiner Arbeiten gehört ins Western-Genre. Nach dem Vorwort und einer Einführung sichert Autor Freese unter der Überschrift „Bona Fides“ eine offene und ehrliche Auseinandersetzung mit der Thematik der Mitchum-Western zu, was er offensichtlich auch bewerkstelligt. Jeden von ihnen versieht er, neben Angaben wie (US-)Kinotitel, Filmgesellschaft und Herstellungsjahr, mit einer vollständigen Stab- und Besetzungsliste. Es folgt eine i. d. R. mehrseitige Abhandlung über den jeweiligen Streifen, mit vielen Anmerkungen, Informationen und Daten im Zusammenhang mit den Dreharbeiten. Der Autor gliedert dies chronologisch, beginnt also 1943 mit Mitchums eher bescheidenen Rollen in einigen Hopalong Cassidy-Western (in den Vor- bzw. Abspännen Bob Mitchum genannt). Doch bereits im Jahr darauf steht sein Name beim Film „Nevada“ an der Spitze der Darstellerliste, und spätestens ab 1945 bei „West of the Pecos“ nennt man ihn dort stets Robert Mitchum. Weitere bekannte Western heißen „Fluß ohne Wiederkehr“ (River of No Return, 1954), „Der Einzelgänger“ (Man with a Gun, 1955), „Heiße Grenze“ (The Wonderful Country, 1959), sowie natürlich 1967 „El Dorado“ und ein Jahr später die „Todfeinde“ (Five Card Stud, 1968). Im Kapitel „Off the Trail“ geht es dann vielfältig zu. Hier beschreibt der Autor u. a. abgelehnte Filmangebote (darunter „Pat Garrett & Billy the Kid“), erwähnt ihn als kurzzeitigen Gastgeber der „Saturday Night Live“-TV-Show, bedauert den beachtlichen Alkoholkonsum des Stars, und zitiert seine politischen Ansichten. Mit zwei Spätwestern beendete Mitchum seine Western-Filmografie, „Tombstone“ (1993) und „Dead Man“ (1995). Im Nachruf „Adios Amigo“ wird an Auszeichnungen und Ehrungen erinnert, sowie an Benennungen von Straßennamen usw. nach dem großen Darsteller. Zahlreiche s/w-Abbildungen lockern den unterhaltsam verfassten Text auf.
Ulrich K. Baues