Buch: The Paul McCartney Catalog

Seit der Trennung der Beatles verging ziemlich genau ein halbes Jahrhundert. Mittels einer Pressemitteilung des Londoner Apple-Studios informierte Paul McCartney im April 1970 die schockierten Fans über seinen Weggang von den Beatles. Gleichzeitig gab er die Veröffentlichung seiner ersten Solo-LP bekannt, wodurch nun auch der letzte der ehemaligen Fab Four eine eigene Plattenkarriere anstrebte. Wie man nun weiß, erreichte Paul im Vergleich zu den Soloarbeiten der anderen Ex-Beatles inzwischen mit Abstand die größten Erfolge in den Charts, und verkaufte die meisten Scheiben rund um den Globus. Hierzu gibt es nun eine sehr detaillierte und letztendlich auch vollständige Diskografie, worin die vergangenen fünfzig Jahre chronologisch abgearbeitet werden. Begonnen wird daher mit den „Studio Albums“, und der soeben angekündigten Erstlings-LP „McCartney“, deren unerwarteter Chart-Erfolg (Nummer 2 in Großbritannien, und in den USA sogar drei Wochen lang die Nummer 1 der „Top LPs“ von Billboard) sowohl Fans als auch Kritiker überraschte. Die hierzu angebotenen Informationen umfassen VÖ-Datum, Plattenfirma, Katalog-Nummer und Chart-Positionen, jeweils für Großbritannien und die USA. Hinweise zu Produzenten und Musikern folgen, und dazu gibt es stets eine Art Entstehungsgeschichte, mit interessanten Anmerkungen, beispielsweise wo und mit wem bestimmte Aufnahmen stattfanden. Im Anschluss bewertet der Autor persönlich jeden einzelnen Song, wobei spätestens hier wohlwollend klar wird, dass ein Befürworter McCartneys am Werk ist. Die nächste Etappe führt zu den Bonus Tracks, also in der Regel bei den späteren CD-Wiederveröffentlichungen. Auch hier bietet der Autor die erhofften Informationen, und liefert Hinweise auf die diversen Ausgaben als „Deluxe“ oder „Archive Collection“ mit ihren teils stark unterschiedlichen Inhalten. Besondere Aufmerksamkeit dürften bei unseren Lesern natürlich die LPs als „Paul McCartney & Wings“ finden, womit ja die erfolgreichste Phase von Pauls Nach-Beatles-Ära dokumentiert wird. Mit Erreichen der „Egypt Station“ enden die Studio-Alben, worauf „Live“, „Compilation“ und ähnliche Sektionen folgen. Bei den Singles beginnt der Reigen natürlich mit Pauls 1971er Welthit „Another Day“; die nun gebotenen Informationen entsprechen denen der Alben. Erneut stehen hier bei unseren Lesern ganz klar die „Wings“-Scheiben im Fokus des Interesses, und der Autor verweist tatsächlich bei der 1974er Scheibe „Junior’s Farm“ b/w „Sally G.“ kurz auf Pauls Aufenthalt in Nashville. Die Vorstellung der Singles endet mit „Home Tonight“ c/w „In a Hurry“ vom November 2019, welche Paul seinen Fans anlässlich des Record Store Days‘ Black Friday auf Vinyl anpries. Weitere kurze Sektionen befassen sich mit Bootlegs, sowie Videos und DVDs, wo die Angaben deutlich magerer ausfallen. Leider verzichtete der Autor bei diesem Buch generell auf Illustrationen.
Ulrich K. Baues