Buch: The Lives of Robert Ryan

Wer immer Spielfilme aus Hollywoods großen Zeiten anschaut, wird mit Sicherheit über kurz oder lang auf dieses Gesicht und diesen Namen stoßen: Robert Ryan. Zu seinen bekannten Arbeiten gehören Dramen wie „Gefangen“ (1949) an der Seite von James Mason und Barbara Bel Geddes, Western wie „Nackte Gewalt“ (1953) an der Seite von James Stewart und Janet Leigh, Historienschinken wie „König der Könige“ (1961) an der Seite von Jeffrey Hunter und Viveca Lindfors, und auch Kriegsfilme wie „Panzerschlacht in den Ardennen“ (1965) an der Seite von Henry Fonda und Robert Shaw. Der 1909 in Chicago geborene Darsteller begann seine berufliche Laufbahn allerdings zuerst als Heizer auf einem Schiff und arbeitete zeitweise auch auf einer Ranch. Seine 1939 mit Jessica geschlossene Ehe, hielt bis zu ihrem Tod 1972; für die manchmal recht turbulenten Verhältnisse in der Filmwelt eine Rarität. Mit Beginn der vierziger Jahre gab es für ihn die ersten kleinen Filmrollen, bevor er als Ausbilder bei einer Marinebasis in Kalifornien seinen Wehrdienst ableistete. Danach erhielt hochgewachsene Ryan seitens der großen Hollywoodstudios umgehend genug Angebote. Das Buch geht natürlich nicht nur auf die Filme ein, sondern ermöglicht auch einen Einblick in die Verhältnisse der Filmindustrie und das besonders in den fünfziger Jahren herrschende politische Klima, Stichwort McCarthy. Der Autor schildert dies im Zusammenhang mit Regisseuren wie Edward Dmytryk. Ryans Filmografie weist zahlreiche Mitwirkungen in Western-Filmen auf, wovon die meisten Interessierten vermutlich vor allem Sam Peckinpahs Regiearbeit „Sie kannten kein Gesetz“ (The Wild Bunch) von 1969 kennen werden. Neben diesem gab es z. B. mit „Drei Rivalen“ (1955) oder „Die gefürchteten Vier“ (1966) aber noch viele weitere bekannte Filme dieses Genres, wo er Hauptrollen innehatte. Mit rund vierzig in den Text eingestreuten Fotos – überwiegend Schnappschüsse mit Kollegen, und einige Privatbilder – wirkt diese Biografie ausreichend illustriert. Sie zeichnet, wie anhand der im Anhang aufgeführten umfangreichen Quellen dokumentiert, ein detailliertes Bild über Leben und Karriere dieses Darstellers. Robert Ryan erlag 1973 im Alter von nur 63 Jahren einem Krebsleiden.

Ulrich K. Baues