Buch: The Civil War and the Subversion of American Indian Sovereignty

Allgemein bekannt dürfte die Politik der US-Regierung in Hinsicht der Indianer auch hierzulande sein. Schlagworte wie „Trail of Tears“, oder das „Wounded-Knee“-Massaker, wecken sofort Erinnerungen an tragische Ereignisse, die ja auch oft genug verfilmt wurden und somit der Allgemeinheit durchaus vertraut sind. Es gab jedoch auch noch weitere geschichtliche Ereignisse, die nicht so sehr im Fokus der Öffentlichkeit stehen. So stellte der Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südstaaten – wie hier drastisch festgestellt wird – eine Katastrophe für die Native Americans dar. Der Autor – selbst Indianer – beginnt mit den sogenannten Five Nations, die bereits lange vor Ausbruch des Krieges zwangsweise aus ihren angestammten Heimatgebieten ins heutige Oklahoma umgesiedelt wurden. Das Kriegsgeschehen griff ja auch auf die Indianergebiete über, die eigentlich außerhalb der Südstaaten lagen. Es gab somit Indianerbeauftragte des Südens, und natürlich der Union. Es gab auch indianische Streitkräfte auf beiden Seiten. Ausführlich dargestellt werden daher hier im Buch auch die Position und das Verhalten der kriegführenden Parteien gegenüber ihren derart Verbündeten. Hier bot die US-Regierung, also der Norden, ein besonders übles Bild, was sich in gebrochenen Verträgen, etc. zeigte. Indianer, die für die Union kämpften, unterstützten ja überdies eigentlich eine Regierung, die zuvor ihre Vertreibung durchgesetzt hatte. Die Auseinandersetzungen führten somit teilweise zur Spaltung von ganzen Stämmen, weil beispielsweise die Lower Creek und die Upper Creek gegensätzliche Positionen vertraten. Bei anderen Stämmen gab es plötzlich z. B. Union Cherokee und Confederate Cherokee, mit eigenen Häuptlingen. Bei den in beiden Streitkräften eingesetzten Indianern lag die Zahl der Deserteure sehr hoch. Der Autor schildert hier auch mehrere kriegswichtige Feldzüge, wo starke indianische Kräfte eingesetzt wurden, auf beiden Seiten. Sein bereits geschildertes Fazit – die Katastrophe – dokumentiert er mit seinen Schilderungen höchst eindrucksvoll. Illustriert ist das Buch mit zahlreichen s/w-Fotos militärischer Führer des Nordens und Südens, einiger Häuptlinge, und mehrerer in Kampfgeschehen bedeutsamer Gebäude.

Ulrich K. Baues