Buch: Sterling Hayden’s Wars

Man kennt seinen Namen und sein Gesicht durch seine Hauptrollen in Western wie „Johnny Guitar“ oder „Die Barrikaden von San Antone“. Trotzdem verfügte der 1986 im Alter von siebzig Jahren verstorbene Sterling Hayden nie über den großen Nimbus eines Stars, den Kollegen wie James Stewart oder Rock Hudson besaßen. Haydens Karriereschilderung ist trotzdem durchaus bemerkenswert. Für diese Biografie vertiefte sich der Autor in die gesamte Lebensgeschichte des 1916 in New Jersey als Sterling Relyea Walter geborenen Schauspielers. Man erfährt vom frühen Tod des Vaters, und von der Adoption samt der dadurch vollzogenen Namensänderung in Hayden. Sozusagen als Quereinsteiger erhielt er 1940 in Hollywood eine Nebenrolle im Farbfilm, „Virginia“ und kurz darauf die männliche Hauptrolle im gleichfalls in Farbe gedrehten Streifen „Bahama Passage“. Auf beiden Filmplakaten wird er als Stirling Hayden genannt. Der Autor folgt dann Haydens Weg von Hollywood 1941 zum amerikanischen Geheimdienst OSS, dem er während der Kriegsjahre angehörte. Eine Fortsetzung der Karriere in Hollywood nach Ende jener Zeit erfolgte mühelos, wenn es auch Schwierigkeiten mit den US-Behörden gab, die damals streng gegen antiamerikanische Umtriebe vorgingen. Fast zwanzig Mitwirkungen alleine in Western zählt seine Filmografie auf, und dazu kommen noch Auftritte in TV-Serien wie „Wagon Train“. Eine seiner letzten Rollen besetzte er übrigens 1980 an der Seite von Dolly Parton in der erfolgreichen Filmkomödie „Warum eigentlich... bringen wir den Chef nicht um?“ (Nine to Five). Haydens private Probleme wie Scheidung und Alkoholmissbrauch klammert der Autor natürlich nicht aus. Die „Sterling Hayden‘s Wars“ im Buchtitel leitet er nämlich von diesen Kämpfen ab, also die Kriege gegen die US-Justiz, gegen seine Ex-Frau, und gegen seine Sucht. Der Hochglanz-Bildteil bietet die anscheinend obligatorische Mischung aus Privat- und Filmfotos in s/w, wovon die letzten Abbildungen einen vollbärtigen Hayden zeigen.

Ulrich K. Baues