Buch: Rex Gildo – Ein Leben zwischen Heimlichkeit und Applaus

Rex Gildo – da war doch etwas? Man denkt sofort an scheinbar unzählige Lieder, die einzig um Begriffe wie Fiesta, Sirtaki, Tequila und Hossa kreisen. Dies sind so die musikalischen Standardvorstellungen, die bei Nennung des Namens Rex Gildo heutzutage erzeugt werden. Aber es gab davor auch noch denjenigen Rex Gildo, der erfolgreich Titel von Elvis Presley auf Deutsch sang („Liebe kälter als Eis“), sowie problemlos Country-Hits wie Leroy van Dykes „Walk on by“ („Geh nicht vorbei“) oder Ronnie Milsaps „Stand by My Woman Man“ („Bleib auf dem Teppich, Mann“) coverte. Mit „Der Colt steckt immer im Pyjama“ ritt er 1964 erfolgreich auf der damaligen Westernwelle bis unter die ersten Zwanzig der deutschen Hitparade. Sowohl als Solist, wie auch im Duett mit der dänischen Sängerin Gitte, landete er unzählige Hits, und trat auch in zahlreichen TV- und Filmproduktionen auf. Diese lange Zeitspanne von rund vierzig Jahren, in der Rex Gildo alle Höhen und Tiefen als Schlagersänger erleben durfte, beschreibt die Autorin in ihrem sorgfältig recherchierten Buch. Wer hier überkritische Anmerkungen erwartet, dürfte schnell enttäuscht reagieren. Es wird stattdessen ein neutrales bis positives Bild des 1999 tragisch ums Leben gekommenen Sängers und Schauspielers gezeichnet. Viele Dinge und Geschehnisse, wie beispielsweise seine Ehe oder manche versäumten Auftritte, finden sich hier völlig anders dargestellt, als man sie vielleicht vorher aus der Boulevardpresse entnehmen durfte. Die Qualität der ausgewählten s/w-Abbildungen ist leider nicht die allerbeste, was teilweise an der Verwendung von seltenen Amateuraufnahmen liegt. Im Anhang findet sich eine vollständige Rex-Gildo-Diskografie, dazu eine Aufstellung seiner Film-, Fernseh- und Bühnenauftritte, sowie mehrere freundliche Kommentare seitens ehemaliger Sangeskolleg/inn/en.

Ulrich K. Baues