Buch: Michael Curtiz – A Life in Film

Der Regisseur Michael Curtiz stammte ursprünglich aus Ungarn, und arbeitete dort bereits kurz vor Ausbruch des 1. Weltkriegs unter dem Namen Kertész Mihály als Regisseur und Schauspieler. In Österreich setzte er dann einige Jahre lang seine Regiearbeiten fort, bevor es ihn in den zwanziger Jahren nach Hollywood zog. Der Autor zeichnet in ausführlicher Weise sowohl die familiäre Lebensgeschichte als auch den beruflichen Werdegang Curtiz‘ nach. Privat ging er drei Ehen ein, gestattete sich hierzu jedoch zahlreiche Affären, denen mehrere uneheliche Kinder entsprangen. Als Regisseur zeichnete er 27 Jahre lang beim Hollywood-Studio Warner Brothers für Kinostreifen so ziemlich jeglicher Art verantwortlich, also Dramen, Komödien, Abenteuer, Musicals, Historienschinken und auch Western. Allein mit Errol Flynn drehte er neben „Unter Piratenflagge“ (1935) und den „Abenteuern des Robin Hood“ (1938) gleich mehrere spannende Westernfilme, wie „Herr des Wilden Westens“ (1938), „Goldschmuggel nach Virginia“ (1940), und „Land der Gottlosen“ (1940). Weitere Erfolge wie „Casablanca“ (1942) krönten dann seine Laufbahn, die in den fünfziger Jahren nach der Trennung von Warner Brothers allerdings merklich abflachte. Nur noch wenige Kassenknüller entstanden unter seiner Regie, wie z. B. „Weiße Weihnachten“ (1954) mit Bing Crosby und Rosemary Clooney. Ein weiteres spätes Meisterwerk vollbrachte er 1958 mit „Mein Leben ist der Rhythmus“ (1958), bekannt als „King Creole“ mit Elvis Presley in der Hauptrolle. Auch zu den letzten Arbeiten des 1962 verstorbenen Curtiz gehörten Western, darunter „Der stolze Rebell“ (1958), „Der Henker“ (1959), und natürlich seine letzte Regiearbeit „Die Comancheros“, 1961 mit John Wayne. Das sehr detailliert geschriebene Buch enthält zahlreiche im Text eingefügte s/w-Bilder, jedoch keinen Hochglanzteil. Im Anhang gibt es u. a. eine komplette Filmografie, einschließlich seiner ungarischen und österreichischen Arbeiten.
 ( www.kentuckypress.com )
Ulrich K. Baues