Buch: Johnny Cash – Die Biografie

Dies ist die Übersetzung einer in den USA bereits von Kritikern mit Begriffen wie „wegweisend“, „glänzend“ und „ultimativ“ hochgelobten Biografie über den „Man in Black“, Johnny Cash. Eigentlich meint man, bereits alles, zumindest fast alles, aus dem Karriereverlauf des im September 2003 verstorbenen Country Musikers zu kennen. Doch weit gefehlt, denn hier in der „Biografie“ gibt es einige durchaus neue Aspekte. Es liegt sicherlich daran, dass der Autor hier einfach chronologisch vorging, und die gesamte Lebensgeschichte Cashs offenlegt. Von Dyess in Arkansas geht es über Memphis, Tennessee, bis nach Nashville, Tennessee. Alle irgendwie erwähnenswerten Dinge beruflicher oder privater Art finden Eingang in diesen Ablauf, stets unterlegt mit Daten und Fakten. Dabei hilft der lockere, unterhaltsame Text, der beim Lesen der zahlreichen Angaben nicht ermüdet. Die Umstände hinter Cashs Wechsel von der kleinen aber legendären Firma Sun Records in Memphis hin zum Plattengiganten Columbia Records finden sich hier beispielsweise offengelegt. Die gefeierten Auftritte in den Gefängnissen von Folsom und San Quentin, die bejubelten Europatourneen, als dies wird hier detailliert beschrieben. Über Cashs Erfolgsphasen mit den zahlreichen Hitsingles und den Konzeptalben liest man sicherlich recht gerne, denn hier wissen alle Fans am besten Bescheid. Private Ereignisse, wozu selbstverständlich als erstes die Eheschließungen zu nennen sind, stehen hier aber ebenfalls auf der Biografie-Agenda, und werden entsprechend ausführlich behandelt. Von Cashs Auftritt bei Präsident Nixon wird genauso berichtet, wie über den Erfolg seiner TV-Shows in den siebziger Jahren. Unangenehme Dinge finden ihren Niederschlag in den Kapiteln über seinen Drogenkonsum und die Tablettensucht. Kurzum, alle Facetten in Johnny Cashs außergewöhnlicher Karriere werden beleuchtet. Bei den Illustrationen sieht es dagegen etwas magerer aus, denn es gibt nur wenige, im Text eingebundene, s/w-Fotos. Diese dürften dafür allerdings nur den wenigsten Lesern zuvor bekannt gewesen sein. Die abschließende Diskografie beschränkt sich auf Empfehlungen der wichtigsten CD-Veröffentlichungen, wie neben Columbia und Sun Records auch z. B. bei Rhino oder Bear Family.

Ulrich K. Baues