Buch: Going Our Way – My Life with Jim Ed Brown

Bei Nennung des Namens Jim Ed Brown braucht man nicht lange nachzudenken – er war eines der Mitglieder des Geschwistertrios the Browns, über Jahrzehnte hinweg Star der Grand Ole Opry, gefeierter Solokünstler, und danach noch durch seine erfolgreichen Duette mit Helen Cornelius bis in die achtziger Jahre hinein ein bedeutender Interpret der Country Szene. In Sachen Karriere erlebte Jim Ed damit die wohl unvermeidlichen Höhen und Tiefen des Showgeschäfts. Die Browns landeten 1961 mit „The Three Bells“ einen Welthit, dem weitere – allerdings weniger erfolgreiche – Singles nachfolgten. Jim Ed startete daraufhin 1967 mit Solosingles, von denen „Pop-A-Top“ und „Morning“ in den Country-Charts ganz vorne landeten. Sogar eine eigene TV-Show mit dem Titel „The Country Place“ billigte man ihm damals zu. 1976 gab es dann die ersten Duette mit Helen Cornelius, die genau wie Jim Ed bei der Plattenfirma RCA-Victor unter Vertrag stand. Die Single „I Don’t Want to Have to Marry You“ erreichte sogar die Spitzenposition der Charts. Soweit gibt es die künstlerisch recht erfolgreiche Bilanz von Jim Ed. Aber Gattin Becky schreibt in diesem Buch recht offen auch über die privaten Seiten ihrer Beziehung. Als Ehefrau eines Country Music-Stars steht man mit den Kindern nicht unbedingt im Vordergrund des Geschehens; dieses überlässt man natürlich dem Ehemann. Trotzdem lief es anscheinend über viele Jahre hinweg ganz harmonisch. Die ganze Geschichte erfährt jedoch eine dramatische Wendung, als Becky von der Beziehung zwischen Jim Ed und Helen Cornelius erfährt, die schon längere Zeit andauerte, und für Becky offensichtlich eine riesige Enttäuschung darstellte. Dies führte dann sogar zur Scheidung, die allerdings recht schnell wieder vergessen war, nachdem Becky sich von Jim Eds ehrlichen Willen zu einem Neuanfang überzeugte. Die beiden setzten ihre Ehe danach fort. Die letzten Jahre des im Juni 2015 einem Krebsleiden erlegenen Jim Ed haben wegen seiner Krankheit in diesem Buch natürlich einen besonderen Stellenwert, ebenso seine Aufnahme in die Country Music Hall of Fame, nur wenige Tage vor seinem Tod. Mit 175 s/w-Abbildungen enthält die Biografie überwältigend viele Illustrationen, aus allen Phasen der Karriere, bzw. ihrer Ehe. Der Großteil ist privater Natur, aber natürlich gibt es auch Promotionfotos, und teils seltene Bilder von offiziellen Empfängen, Ehrungen, usw.

Ulrich K. Baues