Buch: Glamour Girls of Sixties Hollywood

Wer die typischen Hollywood-Filme der sechziger Jahre kennt, erinnert sich sicherlich an viele Darstellerinnen, die zwar durchaus attraktiv wirkten, denen aber außer dekorativen Zwecken offensichtlich kein tieferes Gewicht beigemessen wurde. In der Regel tauchten sie auch nur wenige Male in den Darstellerlisten auf, dann verschwanden sie in der Masse der nachrückenden Konkurrentinnen. Beispiele gefällig? Beverly Adams, u. a. in zwei Elvis-Filmen sowie als Dean Martins Sekretärin Lovey Kravezit in einigen Episoden der „Matt Helm“-Reihe zu bewundern; Michelle Carey, u. a. in „El Dorado“ sowie im Elvis-Film „Liebling, laß das Lügen“ zu sehen; Yvonne Craig, u. a. ebenfalls in zwei Elvis-Filmen sowie später als „Batgirl“ zu bestaunen; Joi Lansing, u. a. mit Dean Martin in „Dreimal nach Mexiko“ sowie als eine der „Beverly Hillbillies“ umschwärmt. Insgesamt 75 solcher Darstellerinnen wählte Autor Lisanti hier aus, und in alphabetischer Folge erzählt er deren jeweiligen Geschichten. In Hollywood landeten sie auf völlig unterschiedlichen Wegen. Einige arbeiteten zuvor als Model, andere erzielten lokale Bekanntheit als Ansagerin in der örtlichen TV-Station; dann gab es frühere Balletttänzerinnen, Theater-Schauspielerinnen, Gewinnerinnen von „Miss“-Wahlen, Bunnies aus den „Playboy“-Clubs, uvm. Zu jedem „Glamour Girl“ gibt Lisanti eingangs den Hinweis, woher man es denn möglicherweise kennt. In der Regel verweist er also auf deren bekanntesten Kinofilm. Eine ausführliche Karriereschilderung schließt sich an, und zwar bezogen auf die sechziger Jahre. Es setzt sich fort mit den teils originellen Wegen, wie es denn zum Engagement bei einem der Filmstudios kam, und im Anschluss darauf wird die weitere Laufbahn aufgerollt. Die spätere Erfolglosigkeit veranlasste die meisten der hier ausgewählten „Girls“ zum Rückzug aus dem Film- und TV-Geschäft. Mit einem satten Dutzend der Darstellerinnen konnte der Autor sogar Interviews führen, deren Einträge somit recht ausführlich gerieten. Und von jedem hier vorgestellten Filmstar bzw. –sternchen steuert Lisanti überdies mindestens ein – manchmal recht freizügiges – s/w-Foto bei.
Ulrich K. Baues