Buch: Fettnäpfchenführer USA – Mittendurch und Drumherum

Ja, beim Aufenthalt in den USA ins Fettnäpfen treten – man tut es manchmal, merkt es nicht einmal, und der Gegenüber oder die Gastgeberin ist je nach Situation belustigt, empört, oder sonst irgendwie irritiert. Man kann hierbei vieles vermeiden, wie man nach Lektüre dieses unterhaltsamen Fettnäpfchenführers feststellen wird. Stichwörter: Trinkgelder, Tischgebete, Politik, Bekleidung, etc. Ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit eher freundlicher Anleitung, werden hier unterschiedliche Situationen dargestellt, wie europäische Urlauber/innen sich ganz normal verhalten, jedoch dann merken, etwas falsch gemacht zu haben. Hier heißen die unbedarften Touristen Torsten und Susanne, anhand von deren Reisetagebuch sich der Autor durch das Minenfeld der US-amerikanischen Verhaltensweisen hangelt. Die teils peinlichen, teils belustigenden Situationen lassen sich gut nachvollziehen, und am Ende eines jeden Kapitels folgt dann eine Erläuterung, was Torsten und Susanne besser anders angegangen wären, bzw. lieber vermieden hätten. Alkoholkauf am Sonntagvormittag: in manchen Staaten undenkbar; knappe Badehose beim Schwimmen: alle lachen; unangemeldet jemanden besuchen: höchst unschicklich, usw. Daneben werden auch sprachliche Missverständnisse ausgeräumt, wobei man dann weiß, dass mit „Chef“ stets der Chefkoch gemeint ist, und ein „recipe“ nicht für Medikamente ausgestellt wird (dies nennt sich prescription), sondern Koch- oder Backvorschläge beinhaltet. Verhalten gegenüber Verkehrspolizisten, Diskussionen mit Tankstellenbetreibern und Hotelpersonal, all diese Alltagssituationen, mit denen man als Tourist durchaus konfrontiert wird, finden hier Niederschlag. Man erfährt zwischendurch auch eine ganze Menge über die Geschichte der Bundesstaaten Michigan und Drumherum. Nebenbei gibt es anschauliche Beschreibungen einiger dortiger Reiseziele, und im Anhang finden sich die Websites der im Reisetagebuch beschriebenen Lokalitäten. Wer erstmalig die USA besuchen will, wird sich nach Lektüre dieses Buches dort auf Anhieb wesentlich sicherer bewegen können.

Ulrich K. Baues