Buch: Every Night Is Saturday Night

Die Biografie trägt den ergänzenden Untertitel „A Country Girl’s Journey to the Rock & Roll Hall of Fame”. Und genau diese Reise beschreibt Wanda Jackson, die unzählige Erfolge als Sängerin in den Bereichen Rockabilly, Country & Western, und auch Gospel vorweisen kann. Beispielsweise gilt ihr „Let’s Have a Party“ auch mehr als sechzig Jahre nach seinem Erscheinen immer noch als verlässlicher Partykracher. Eingeleitet durch ein freundliches Vorwort von Elvis Costello, offeriert die „Queen of Rockabilly“ ihre ausführliche Lebens- und Erfolgsgeschichte. Die 1937 in Oklahoma geborene Wanda Lavonne Jackson gewann bereits als Vierzehnjährige einen Gesangswettbewerb der Radiostation KPLR in Oklahoma City, und war dort danach gelegentlich mit einer eigenen Country-Show im Programm. Hank Thompson, seit Ende der vierziger Jahre bereits ein Honky-Tonk-Star mit unzähligen Erfolgstiteln, entdeckte und förderte Wanda. Sehr aufrichtig schildert Wanda dabei ihren ersten „Grand Ole Opry“-Auftritt, der ihr nicht zusagte, und ihre ersten Achtungserfolge für Decca Records. Thompson verhalf ihr 1956 letztendlich auch zu einem langjährigen Schallplattenvertrag bei Capitol Records. Wanda berichtet in den flüssig und sehr ansprechend verfassten Kapiteln über ihre Touren zu Radiosendern und zu Auftritten, auf denen ihr Vater sie stets begleitete. Das Buch enthält ohnehin mehrere echte Glanzpunkte. Einer besteht aus der ersten Begegnung mit ihrem späteren Gatten Wendell Goodman, der zum besagten Zeitpunkt dummerweise noch mit ihrer guten Freundin Pretty Miss Norma Jean ausging. Nachdem Norma Jean jedoch einem Angebot zur Mitwirkung in der Porter-Wagoner-Show zustimmte, war der Weg für Wanda und Wendell frei. Als weiteres Bonbon des Buches muss die Schilderung ihres eher zufälligen ersten Treffens mit Elvis Presley angesehen werden; der damals noch nicht „King“ genannte, schüchterne Künstler hinterließ ganz offensichtlich einen merklichen Eindruck auf sie. Und dann gibt es noch ein Kapitel über ihre Aufenthalte in Deutschland, und ihre Schallplatten in deutscher Sprache. Den hierzulande größten Treffer landete sie bekanntlich 1965 mit „Santo Domingo“. Nach dem Abklingen ihrer langen Erfolgsserie in den Country-Charts, wandte sie sich der Gospelmusik zu. Alles das und noch vieles mehr erzählt Wanda in diesen persönlichen, dazu höchst informativen Ausführungen. Die Buchmitte bleibt einem Hochglanzteil vorbehalten, der mehr als fünfzig kleine Abbildungen aus sämtlichen Phasen ihrer Karriere zeigt, einige davon sogar in Farbe.
Ulrich K. Baues