Buch: Bobby Rydell – Teen Idol on the Rocks

Bobby Rydell gehörte zu der Welle jener Interpreten, die nach Elvis‘ Einberufung zum Militär in die vermeintliche Bresche sprangen. Und er schlug sich gegen seine Konkurrenten durchaus wacker, denn mit Frankie Avalon, Ricky Nelson, Fabian oder Bobby Vinton buhlten doch zahlreiche talentierte Rock & Roll-Sänger um die Gunst der meist weiblichen Schallplattenkäufer. Bobby Rydell vermochte über fünf Jahre hinweg einen Hit nach dem anderen zu landen. 1959 kam der Durchbruch mit „We Got Love“, und das Jahr darauf startete mit dem Riesenerfolg „Wild One“, dem dann u. a. mit „Volare“, „Good Time Baby“, oder „I’ll Never Dance Again“ eine ganze Reihe von Spitzenplazierungen in den Charts folgten. Seine Zusammenarbeit mit dem „Twist“-König Chubby Checker hinterließ dort ebenfalls kleine Spuren. Sogar beim 1964er Festival in San Remo trat er auf. Erst durch die sogenannte „British Invasion“ endete 1964 diese Serie mit seinem letzten großen Hit „Forget Him“. Bobby beschreibt diese dann für ihn – und viele weitere US-amerikanische Interpreten – anbrechende katastrophale Phase sehr eindringlich. Die Radiostationen der USA wollten plötzlich nur noch Beatles, Herman’s Hermits, Rolling Stones, etc. spielen. Und Bobbys Karriere beim Film beschränkte sich im Wesentlichen ohnehin auf die Mitwirkung im Musical „Bye Bye Birdie“ an der Seite von Ann-Margret. Auch sein Wechsel von Cameo Records zur mächtigen Capitol brachte nicht den erhofften Erfolg. Als ebenso fruchtlos stellte sich dann auch der anschließende Vertragsabschluss mit Frank Sinatras Reprise Records heraus. Da seine früheren erfolgreichen Einspielungen bei Cameo Records aus rechtlichen Gründen nicht wiederveröffentlicht wurden, konnte Bobby jahrzehntelang keine originalen „Greatest Hits“-Zusammenstellungen vorweisen. Sein Geld verdiente er mit Shows in Las Vegas oder Atlantic City, bis dann die Gründung des „Golden Boys“-Trios mit Fabian und Frankie Avalon für einen neuen Erfolgsschub sorgte. Diese in der Ich-Form verfasste Karrierebeschreibung stellt natürlich eine sehr persönliche Sicht aller Dinge bereit. Bobby bringt hier auch sein Privatleben mit ein, also seine beiden Ehen, seine italienischstämmige Familie, und seinen Freundeskreis. Zahlreiche s/w-Illustrationen mit überwiegend privaten Motiven sorgen für eine angemessene Bebilderung dieser höchst informativen Biografie.

Ulrich K. Baues