BluRay/DVD: Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer

Das Hotel der Eheleute Klingenberg (Rex, Biederstaedt) muss saniert werden. Laut Vorgabe seines Chefs Breitner (Olsen) soll Hannes (Black) jedoch nur geringe Reparaturen anbieten. Im Streit darüber kündigt Hannes den Job, und auch gleichzeitig sein Verhältnis mit Breitners Tochter Janine (Kaus). Hannes reist nun zu seinem Großvater in den Schwarzwald, um abzuschalten. Unterwegs begegnet ihm ein munteres Quartett fahrradfahrender Mädels, darunter auch Renate (Nielsen), deren Freund sich soeben von ihr trennte. Hannes erfährt beim Großvater erstaunt vom Verkauf der Pferde, erklärt sich aber bereit, mitsamt seiner kleinen Cousine Annie (Haensler) diese zum neuen Besitzer zu bringen. Dabei treffen sie erneut mit den vier Mädels zusammen, welche auf Zimmersuche sind. Hannes schickt sie zum Bauern Räbele (Strecker), wo gerade die Hochzeitsfeier von Eva (Zimmermann) vorbereitet wird. Dort herrschen ganz andere Probleme, denn der Brautrock fehlt, und der Brautvater (Wolter) gerät in Panik. Jetzt wird es etwas unübersichtlich, da sich Hannes und Renate zwar offensichtlich mögen, doch durch einige Missverständnisse einfach nicht zueinanderkommen. Eines davon wird durch den Modefotografen Harry (Bäumler) verursacht, den Hannes für Renates Freund hält, ein anderes durch Janine, die ihrem Ex-Freund nachreist, wenn auch vergeblich. Zwischendurch erscheint auch noch Hannes‘ Kumpel Uwe (Millowitsch) im Schwarzwald. Und sogar Hannes‘ Ex-Chef Breitner findet sich auf der Suche nach ihm ein. Er will ihn wiedereinstellen, da die Klingenbergs inzwischen der von ihm empfohlenen teuren Hotelsanierung zustimmten. Letztendlich geht die Hochzeit dann glücklich über die Bühne. Auch der Verkauf der Pferde erscheint plötzlich in einem anderen Licht, und Hannes kann ihn zugunsten seines Großvaters rückabwickeln. Nebenbei klären sich auch alle Verwicklungen auf, und somit erleben Hannes und Renate ein Happy-End.
Bei der „Schwarzwaldfahrt aus Liebeskummer“ handelte es sich für Roy Black um den letzten der auf seine Person zugeschnittenen Kinofilme. An die früheren Erfolge – wie beispielsweise 1970 an der Seite von Lex Barker in „Wenn du bei mir bist“ – vermochte er hier nicht mehr anzuknüpfen. Musikalisch beschränkte sich Roy erneut auf Schlager und Volksweisen, ohne seine Vorliebe für Rock & Roll durchsetzen zu können. Die Frage „Ach, wie ist’s möglich dann?“ stellte der Künstler bereits 1970 auf seiner LP „Im Land der Lieder“ (Polydor 2371017), und die Erkenntnis im Film „Alle warten auf das Glück“ kam ihm als Rückseite der nur wenig erfolgreichen 1973er Single „Liebe ist kein Märchen“ (Polydor 2041414). Zum Zeitpunkt des Filmstarts erschien dann seine Feststellung „Ich will dich nicht verlieren“ gleichfalls nur als Rückseite einer Single mit der letztendlich vergeblichen Frage „Willst du meine Königin sein“ (Polydor 2041527). Die Feststellung „Hoch auf dem gelben Wagen“ traf Roy zur selben Zeit auf seiner LP mit den Fischer-Chören (Polydor 2371406). Und das Geständnis „Meine Freunde sind die Pferde“ entdeckte man erst 2014 als Bonus-Track auf der „Album-Box“ (Electrola 60253793631). Allerdings veröffentlichte Bear Family bereits 2001 eine Doppel-CD mit u. a. allen fünf genannten Filmsongs (Roy Black – Meine Filme BCD 16 580). Als weitere instrumentale Untermalungen des Films dienen vom Orchester James Last aufgepeppte Volkslieder. Auf der dem Mediabook ebenfalls beiliegenden CD finden sich sowohl die genannten Titel von Roy Black, als auch sämtliche James Last-Aufnahmen.
Hinsichtlich gesanglicher Beiträge zum Film ging der frühere Eisprinz, Schauspieler und Schlagersänger Hans-Jürgen Bäumler dagegen leer aus. Auch der gerade im Alter von 95 Jahren verstorbene Ralf Wolter kam hier nur in einer eher kleinen Rolle als Vater der Braut zu Ehren. Nachdem er letztmalig als Sam Hawkens „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ begleitete, kämpfte er sich u. a. durch diverse Klamaukstreifen und drei „Heintje“-Filme, und stand hier nun zum vierten Mal gemeinsam mit Roy vor der Kamera.
Das Sprachangebot umfasst ausschließlich Deutsch: auf DVD in Dolby Digital 2.0 mono, und auf der Bluray in DTS-HD MA 2.0 mono. Untertitelungen sucht man vergeblich. Auf 16:9-Fernsehern hinterlässt das 1,78:1-Bild keinerlei schwarze Ränder. Im Bonusteil entdeckt man den Trailer und die sogenannte Artwork-Galerie. Das Mediabook beinhaltet noch ein mehrseitiges, farbiges Booklet, mit allen möglichen Abbildungen wie Aushangfotos, etc., und dazu Anmerkungen zum Film und zu den Mitwirkenden.
Ulrich K. Baues