Bluray-Box: Die Leute von der Shiloh Ranch, Staffel 3

Die dritte Staffel mit den Abenteuern auf der Shiloh Ranch in Wyoming startete in den USA am 16. September 1964. Gegenüber der Vorgängerin gab es einige personelle Veränderungen bei der Stammbesetzung. Mit dem Deputy Sheriff Emmett Ryker (Gulager) kam ein neuer Charakter ins Spiel, wogegen Steve Hill (Gary Clarke), der Freund von Trampas und dem Virginian, nun endgültig die Ranch verließ. Dreißig Wochen lang gehörte bei der Sendeanstalt NBC nun wieder jeder Mittwochabend ab 19:30 Uhr für rund 90 Minuten einschließlich Werbung der Shiloh Ranch. Die großen Konkurrenten ABC und CBS versuchten hier natürlich gegenzusteuern. ABC setzte auf die in Deutschland nicht angelaufene s/w-Serie „The Adventures of Ozzie and Harriet“ (mit u. a. Ricky Nelson), und die „Patty Duke Show“, wobei nur letztere an die Einschaltquoten von „Shiloh“ herankam. Dagegen erreichte CBS mit seinen „Beverly Hillbillies“ regelmäßig höhere Zuschaueranteile, und landete 1964/65 in den von Nielsen ermittelten Ratings auf Rang 12. Der „Shiloh Ranch“ gelang im gleichen Zeitraum eine Positionierung auf Platz 22.
Von den dreißig Folgen dieser Staffel strahlte das ZDF erst in den Jahren 1970, 1971 und 1979 insgesamt neunzehn Abenteuer aus, welche auch hier in der Box in synchronisierter Form vorliegen. Die verbleibenden elf Episoden stehen somit sprachlich einzig im englischen Original zur Verfügung. Gespanntheit erzeugt bereits die erste Folge, worin mit der „Geschichte von Ryker“ dessen Einstieg in die Serie erfolgt. Um Ryker, Trampas und den Virginian drehen sich denn auch die meisten der Abenteuer.
Natürlich ließen die Produzenten auch bei dieser Staffel jede Menge an damals wohlbekannten Gaststars auftreten. Darunter auch erneut Fabian, der ja bereits in einer Folge der ersten Staffel mitwirkte. Diesmal übertrug man ihm eine eher tragische Rolle als „Doppelgänger“. Und bei der Reporterin Samantha in „Tödlicher als 1000 Schüsse“ handelte es sich um Barbara Eden, seinerzeit noch nicht als „Bezaubernde Jeannie“ bekannt. Nachdem er noch im Vorjahr im Kinofilm „Ob blond, ob Braun“ Elvis Presley einen Tritt vors Schienbein verpassen durfte, ergatterte der gerade 13jährige Kurt Russell in „Wie Trampas Vater wurde“ seine erste von zwei Rollen in „Shiloh“. Als weitere prominente Western-Darsteller ließen sich Stars wie Rory Calhoun, Leif Erickson, Steve Forrest oder Rhonda Fleming verpflichten.
Ansonsten gleichen hier die weiteren Daten denen der beiden Vorläufer. Das Bild verfügt natürlich weiterhin über das 4:3-Format, und zeigt also auf 16:9-Bildschirmen links und rechts die unvermeidlichen schwarzen Balken. Auch bei den Sprachen lässt sich hinsichtlich der synchronisierten Fassungen wie gewohnt zwischen Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0 Mono wählen. Die darin seitens des ZDF geschnittenen Szenen erscheinen hier auch, doch nun in Englisch, und Deutsch untertitelt. Die restlichen Folgen bieten einzig Englisch in Dolby Digital 2.0 Mono, und verfügen natürlich über deutsche Untertitel. Es liegt das obligatorische, überwiegend farbig illustrierte Booklet bei, woraus sich Beschreibungen zu Entstehung und Ausstrahlung der Serie, sowie Vorstellungen der Hauptdarsteller samt ihren Rollen, entnehmen lassen. Auch der mehrseitige Episodenführer fehlt darin nicht.
Ulrich K. Baues