Bluray: Zirkuswelt

Die Handlung spielt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts. Zirkusdirektor Masters (Wayne) feiert in den USA große Erfolge mit seinen Tierschauen und vor allem mit der umjubelten Wild-West-Show. Darin gibt es Cowboys, Indianer, Kavallerie, und sogar ein Postkutschenüberfall wird während der Vorstellungen aufgeführt. Masters beschließt auf der Suche nach neuen Herausforderungen eine Europatournee, die anfangs unter keinem guten Stern steht. In Barcelona kentert das Transportschiff, und somit gehen Ausstattung samt Zirkuszelt verloren. Tiere und Belegschaft können gerettet werden. Masters muss also improvisieren, und tritt daher mit Toni (Cardinale) und ihrem Verehrer Steve (Smith) in einer europäischen Wild-West-Show auf. Es gilt aber, noch weitere Probleme zu lösen. Er sucht nämlich die Artistin Lili (Hayworth), mit der er früher eine Affäre hatte. Tragischer weise entdeckte dies Lilis Ehemann, und begann Selbstmord. Lili floh danach überstürzt aus dem Zirkus, und ihre inzwischen fast erwachsene Tochter Toni blieb damals in Masters‘ Obhut. Für den Neuanfang seines Zirkus‘ reist er nun durch Europa, um die besten Artisten zu engagieren. Dabei findet er mehr oder weniger zufällig Lili, die allerdings in ärmlichen Verhältnissen lebt. Nach einigem Zögern erhält sie von Masters einen Vertrag als Hochseilartistin, besteht aber darauf, ihre Identität vor Toni nicht zu offenbaren. Dies gelingt anfangs, und Lili und Toni verstehen sich recht gut. Leider arbeitet auch Aldo (Conte) beim Zirkus, Lilis ehemaliger Schwager. Kurz vor der Generalprobe im neuen Zelt in Wien verrät er Toni aus niederen Motiven die Zusammenhänge, wobei er Masters und Lili dabei aber sehr negativ darstellt. Die völlig empörte Toni kann erst durch Masters‘ sachliche Darstellung der Hintergründe beruhigt werden. Ein plötzlich loderndes Feuer führt nun zu einer gemeinsamen Rettungsaktion von Lili und Toni, denen es geling, einige Stoffbahnen abzutrennen, wodurch ein großer Teil des Zelts gerettet werden kann. Die Premierenvorstellung im teils offenen Zirkuszelt gerät zu einem großen Erfolg, und am Schluss lachen Lili und Masters, sowie Toni und Steve, die Herren natürlich in Cowboy-Kostümen, in die Kamera.
Trotz des erheblichen technischen Aufwands landete die „Zirkuswelt“ in der Jahresbilanz 1964 des Fachmagazins Variety bezüglich der Besucherzahlen für Nordamerika nur auf einem enttäuschenden Platz 44. Immerhin erhielt das Titellied „Circus World“ bei den Golden Globe Awards 1965 den Preis als Bester Filmsong. Das Original Sound Track Album (MGM SE-4252) konnte davon nicht profitieren, und erreichte keinerlei Nennung in den Charts. John Smith, der Darsteller des Steve, übernahm übrigens in der TV-Serie „Am Fuß der blauen Berge“ die Rolle des Slim Sherman.
Die Bluray-Ausstattung enthält mit Deutsch und Englisch die gängigen Sprachen in DTS-HD MA 2.0. Möglichkeiten zur Untertitelung gibt es allerdings keine. Das Bildformat 2,35:1 verursacht auf 16:9-Monitoren oben und unten schwarze Streifen. Die Extras beinhalten den deutschen Kinotrailer, Biografien der Hauptdarsteller und des Regisseurs, sowie eine umfangreiche Bildergalerie mit zahlreichen Filmplakaten und Aushangfotos, etc.
Ulrich K. Baues