Bluray: Mein Name ist Gator

Es gibt außer der Person des Gator McKlusky (Reynolds) und der Schwarzbrennerei keine Verbindungen zum Streifen „Der Tiger hetzt die Meute“ (s. Country-Mag vom 27. Juni 2021). Der „Tiger“ spielte in Arkansas, wogegen „Gator“ offensichtlich in Georgia angesiedelt ist. Warum der jetzige Film als Nachfolger beworben wird, bleibt offen. Seitens des FBI sollen diesmal mehrere Dinge gleichzeitig erreicht werden. Bekämpfung der Korruption im fiktiven Dunston County, Überführung des örtlichen Oberganoven wegen verschiedener Delikte, und gleichzeitig soll durch diesen Aktionismus die Wiederwahl des Gouverneurs sichergestellt werden. Als verantwortlicher Agent kann Irving (Weston) frei über Unterstützung entscheiden. Er pickt sich Gator McKlusky heraus, wegen Schwarzbrennens vorbestraft, und dazu ein Freund von Bama McCall (Reed), denn um ihn geht es letztendlich. Irving und Gator besuchen Bama bei einer Wahlveranstaltung, und lernen hier auch die TV-Reporterin Aggie (Hutton). Sie stellen die Richtigkeit der Vorwürfe fest: Drogen, Prostitution, Sex mit Minderjährigen, Korruption. Bama überlässt Gator eine jugendliche Süchtige, doch der kann sich loseisen. Aber dummerweise wird Irving in einer Bar von einem korrupten Polizisten erkannt, und dann übel zugerichtet. Im Krankenhaus treffen Gator und Aggie wieder aufeinander. Aggie kennt Emmeline (Ghostley), die nach über zwanzig Jahren Arbeit im County Gericht gefeuert wurde, und von geheimen Unterlagen weiß. Beim Diebstahl der Unterlagen werden sie zwar vom Wachmann überrascht, können jedoch in einem Polizeiwagen entkommen. Sie bringen sowohl Unterlagen als auch Irving zum Strandhaus von Aggies Onkel. Emmeline bleibt bei Irving, während Aggie und Gator zum Strand wandern, und sich näherkommen. Bama findet das Strandhaus, tötet Irving, und legt Feuer, um die Beweise zu vernichten. Emmeline will ihre Katzen retten, und stirbt im brennenden Haus. Aggie und Gator verstecken sich in einem nahegelegenen Motel, und bieten Bama für $2000 plus Flugticket die brisanten Unterlagen an. Gleichzeitig informieren sie Irvings Vorgesetzten. Bamas Helfer soll die beiden töten, wird aber selbst Opfer der von Gator gestellten Falle. Nun beginnt ein sehenswerter Faustkampf zwischen Bama und Gator, dem auch mehrere Strandbuden völlig zerdeppert zum Opfer fallen. Inzwischen erreicht auch Irvings Chef das Gelände, und kann Bama in Empfang nehmen. Aggie und Gator bleiben jedoch nicht zusammen, denn die bekannte New Yorker TV-Anstalt CBS will sie nun als Reporterin engagieren, und somit trennen sich ihre Wege.
Der Erfolg des Streifens an den nordamerikanischen Kinokassen spielte die Produktionskosten schnell ein. In der Jahresbestenliste der umsatzstärksten Filme für 1976 landete „Gator“ auf einem guten Platz 25; mit „Rocky“, „King Kong“ oder „Das Omen“ gab es im besagten Jahr schließlich starke Konkurrenten. Dagegen lag die zugehörige Soundtrack-LP „Gator“ (United Artists LA-646) trotz exzellenter Musiktitel wie Blei in den Regalen der Schallplattenläden. Einzig Jerry Reeds Single „Gator“ (RCA PB-10717) hielt sich einige Wochen lang in den mittleren Regionen der entsprechenden Country Charts auf. Der Songs erklingt über dem Vorspann, und findet sich auch auf Jerrys Vinyl-LP „Both Barrels“ (RCA APL1-861). Im Filmabspann hört man noch Bobby Goldsboro mit „For a Little While“, wovon außer auf der Soundtrack-LP lediglich eine Single-Veröffentlichung in Italien (UA 36160) bekannt ist.
Das ordentliche Bild erscheint im Format 2,35:1, und zeigt bei 16:9-Monitoren oben und unten schwarze Balken. Als Ton erklingt Deutsch und Englisch in DTS-HD MA 2.0, und untertiteln lässt sich ausschließlich in Deutsch. Der originale Kinotrailer stellt das einzige Extra dar.
Ulrich K. Baues