Bluray: Dr. Goldfoot und seine Bikini-Maschine

Dies ist eine Parodie als Reaktion auf den riesigen Erfolg der James-Bond-Filme. Der Name der Titelfigur ist den Titeln des ersten und dritten Bond-Abenteuers (Dr. No und Goldfinger) entlehnt. Nichts ist hier ernst zu nehmen, weder die Darsteller noch die in San Francisco angesiedelte Handlung. Dr. Goldfoot (Price) erfindet eine sogenannte Bikini-Maschine, zur Herstellung weiblich gestalteter Roboter in goldenen Bikinis. Ziel ist die Eroberung finanziell gutsituierter Herren zwecks Heirat, um deren Vermögenswerte an Dr. Goldfoot überschreiben zu können. Bikini-Dame Diane (Hart) startet Versuche, Gamble (Avalon) und Armstrong (Hickman) als Opfer vereinnahmen zu können. Gamble ist Assistent seines Onkels Pevney (Clark), dem Leiter des winzigen Geheimdienst-Büros des Secret Intelligence Command. Pevney glaubt seinen Behauptungen über Roboterdamen nicht. Gamble verbündet sich daher mit Armstrong, einem reichen jungen Mann, den Diane gleichfalls aufs Korn nimmt, anfangs erfolgreich. Sie dringen in Dr. Goldfoots Zentrale ein, und liefern sich ein irres Duell mit ihm und seinem Assistenten Igor (Mullaney). Danach jagen Dr. Goldfoot und Igor die beiden in sehenswerten Szenen per Motorrad und Straßenbahn durch San Francisco. Zum Schluss sitzen alle im Flugzeug nach Paris: Gamble und Armstrong als Passagiere, die fassungslos zusehen, wie sich Diane als Stewardess an Pevney heranmacht, und dann noch vom hämisch lachenden Duo Dr. Goldfoot und Igor aus der Pilotenkanzel gegrüßt werden.
Einige der Darsteller konnten auf Erfahrungen in Western verweisen. Frankie Avalon drehte „Er kam, sah, und siegte“ (1959) und natürlich „Alamo“ (1959), Fred Clark wirkte in „Sie ritten mit Jesse James“ (1949) und in „Der Rebell von Mexiko“ (1950) mit, wogegen Vincent Price mit „Killer Cain“ (1969) erst deutlich später in diesem Genre auftaucht. Die weitere Besetzungsriege, wie Hickman, Hart, Nelson, usw. trat zuvor regelmäßig in den Beach Movies auf. Für den Rock’n’Roll-lastigen Soundtrack-Titel im Vor- und Abspann zeichneten die drei Ladies der Supremes verantwortlich. Deren schmissige Aufnahme von „Dr. Goldfoot and the Bikini Machine“ erschien damals nur auf einer einseitig bespielten Promo-Single (American International 3335), und konnte erst viele Jahre später auf CD erworben werden; interessanterweise gab es noch eine zweite Aufnahme dieses Titels, von einem unbekannten Trio namens The Beas (American International 3273), ebenfalls nur als einseitig bespielte Promo-Single erschienen, aber auch unter Hinweis auf diesen Film.
Bei der hier erstmals in HD abgetasteten Version handelt es sich um das Kinoformat 2,35:1; das Bild zeigt daher auf den üblichen 16:9-Monitoren oben und unten schwarze Balken. Zwischen Deutsch und Englisch in PCM Stereo lässt sich wählen, es gibt jedoch keine Untertitel. Als einziges Extra sieht man den Original-Kinotrailer.
Ulrich K. Baues