Bluray: Die Hölle von Manitoba

Seitens der Produzenten dieses deutsch-spanischen Westerns konnte man eigentlich nichts falsch machen. Man nahm die beiden absoluten Top-Stars der damals noch laufenden, erfolgreichen Karl-May-Filmwelle, und dazu ein paar deutsche Mitwirkende aus Sergio Leones “Handvoll Dollar” – dies ergab zu jener Zeit eine ideale Kombination. Trotzdem erzielte “Manitoba” an den Kinokassen nicht den erhofften Erfolg. Lex Barker und Pierre Brice standen hier zum ersten und einzigen Mal außerhalb der Karl-May-Filme gemeinsam vor der Kamera. Beider Nennung in der Darstellerliste zum 1966er Agentenfilm “Gern hab ich die Frauen gekillt” irritiert daher, denn sie treten in unterschiedlichen Episoden auf. In “Manitoba“ geht es um das jährlich am 4. Oktober gefeierte Stadtgründungsfest von Glory City. Höhepunkt soll wie jedes Jahr ein Schießduell sein. Dummerweise stirbt einer der Kontrahenten vorher. Damit der Kampf nicht abgesagt werden muss, wählt man als Ersatzgegner für Brenner (Barker) den jungen Reese (Brice). Die beiden hatten sich jedoch auf dem Ritt nach Glory City zufällig getroffen, und angefreundet. Nebenbei unterstützen sie den Farmer Seth (Rigaud) im Kampf gegen den mächtigen Jack (Tichy), der die Stadt terrorisiert. Dann kommt der Tag des Duells, doch anstatt sich gegenseitig zu erschießen, schalten sie kurz und bündig einige Banditen aus. Somit stellen sie nebenbei noch Recht und Ordnung in Glory City wieder her, bevor sie in verschiedene Richtungen fortreiten, nicht ohne sich gegenseitig zu versichern “wir sehen uns wieder”.
Zu jener Zeit galt „Old Shatterhand“ Lex Barker als vielgefragter Darsteller, und sah sich einem sehr straffen Terminplan gegenüber. Aber trotzdem schaffte er es, während der Dreharbeiten seine fünfte (und letzte) Ehe mit Tita zu schließen. Gegenüber der früheren DVD-Ausgabe (s. Western Mail Oktober 2006) bietet die Bluray dank neuer HD-Abtastung ein wesentlich klareres Bild. Gezeigt wird der Streifen nun im Format 2,35:1, welches auf den 16:9-Fernsehern am oberen und unteren Rand schwarze Streifen verursacht. Der Ton ist wie zuvor ausschließlich Deutsch in Dolby Digital 2.0 mono; Untertitelungen werden weiterhin keine geboten. Als Bonusmaterial lässt sich diesmal der US-Kinotrailer aufrufen.
Ulrich K. Baues