Bluray: Die große Chance

Ins beschauliche Heidelberg der fünfziger Jahre führt uns dieser Spielfilm. Doch beschaulich erscheint alles nur im Vordergrund. Die ersten Reaktionen der Jugendlichen auf neue Einflüsse hinsichtlich Musik spielen hier bereits eine große Rolle. Man trifft sich in einem sogenannten Jazz-Keller, wie solche Lokale damals eben hießen. Hinzu kommen gesellschaftliche Probleme. Walter (Giller) und Manfred (Cramer) sind befreundete Studenten, und beide musikalisch interessiert. Manfreds Freundin Ruth (Granass) arbeitet als Blumenverkäuferin. Durch seine Aushilfstätigkeit an einer Tankstelle lernt Walter Erika (Frydtberg) kennen, anfangs nicht wissend, dass es sich um Manfreds Schwester handelt. Frau Hallersperg (Heuser) ist als Mutter von Manfred und Erika auf standesgemäße Beziehungen bedacht, und will Ruth nicht als Partnerin des Sohnes sehen. Dabei ist Ruth gesanglich sehr talentiert, gewinnt sogar einen Wettbewerb, was mit dem Angebot eines Schallplattenvertrages gekrönt wird. Als es im Verlauf der Handlung zu Spannungen kommt, entschließt sich Ruth, nach Hamburg zur Plattenfirma zu reisen, ohne dies mit Manfred abzustimmen. Und auch bei Walter und Erika gibt es Missverständnisse, denn seinen schüchtern formulierten Heiratsantrag wischt sie vom Tisch, aber anders gemeint, als er es versteht. Einen weiteren Eckpunkt des Films stellt der Einfluss der Kirche auf das Leben der Jugend dar. Neben Kaplan Sommer (Freitag) muss sogar noch der Bischof bemüht werden, um eine Veranstaltung erfolgreich zu ermöglichen. Hierfür verzichtet die inzwischen als Sängerin aufstrebende Ruth sogar auf ihre anstehende Skandinavien-Tournee. Sie reist aus Hamburg an, aber da sie nicht pünktlich eintrifft, schafft man es, den bühnenscheuen Freddy (Quinn) vor das Publikum zu locken. Das Konzert wird dank Freddy und Ruth ein Erfolg, und sowohl Walter und Erika, als auch Manfred und Ruth, bleiben zusammen.
Im Vorspann wird auch Renée Franke erwähnt, die ja zu jenem Zeitpunkt bereits deutsche Aufnahmen von Bill-Haley-Erfolgen wie „Crazy Man, Crazy“ und „See You Later, Alligator“ vorweisen konnte. Hier übernimmt sie allerdings lediglich die Gesangsparts von Ruth bei „Vergiß mich nicht“, also von Gardy Granass. Freddys erste Mitwirkung in einem Spielfilm resultierte gleich in zwei Gesangsbeiträge. Die Vinyl-Single „Einmal in Tampico“ mit der Rückseite „Ein armer Mulero“ (Polydor NH 23481) erschien im September 1957, und erreichte Platz 5 der deutschen Hitparade. Einen weiteren interessanten Beitrag liefert der vom Kaplan geleitete Chor mit dem Spiritual „Old Mississippi“. Den deutschen Ton hört man in DTS-HD MA 2.0 in mono, Untertitelungen werden hier nicht angeboten. Das Bild trägt im Original das Format 1,33:1, und zeigt nun auf den gängigen 16:9-Fernsehschirmen rechts und links schwarze Balken. Das Bonusmaterial bietet den Original-Kinotrailer, mit der von Walter Giller moderierten Filmankündigung. Trotz Freddy-Foto auf dem jetzigen Titelbild: man darf ja nicht vergessen, dass dieser Streifen keinesfalls einen „Freddy-Film“ darstellte, wie es die späteren Produktionen taten. Dies war ein „Walter-Giller-Film“, bei ihm handelte es sich bei Kinofilmen damals um das Zugpferd, und er wurde daher im Vorspann natürlich als Erster genannt. Der Bluray liegt ein 12seitiges Booklet mit ausführlichen Informationen über den Streifen und die Mitwirkenden bei.

Bei den Extras dürfen wir vom Country-Mag auch noch aufstocken. Zusammen mit der Firma Concorde Home Entertainment aus Grünwald verlosen wir hier zwei Bluray-Ausgaben des Musikfilms „Die große Chance“. An der Verlosung teilnehmen kann man, indem eine eMail mit genauer Absenderangabe an

webmaster@country-mag.de

geschickt wird. Damit erhält man die Chance auf den Gewinn einer der zwei Blurays. In die Betreffzeile gehört natürlich: „Die große Chance“. Als Einsendeschluss gilt diesmal der 15. Juli 2018.
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen allen Teilnehmer/inne/n natürlich wie immer viel Glück!

Ulrich K. Baues