Andreas Gabalier: VolksRock’n’Roller – Live

Verfolgte man am 1. Weihnachtstag in der ARD die kurz zuvor im Berliner Velodrom aufgezeichnete “Helene Fischer Show 2012“, fuhr man plötzlich vor Überraschung womöglich kerzengerade aus dem Fernsehsessel hoch. Gaststar Andreas Gabalier stimmte auf der Bühne am Lagerfeuer mittels Mundharmonika die Erkennungsmelodie zum Western “Spiel mir das Lied vom Tod“ an, und stellte dann abwechselnd mit Helene Fischer eine Reihe Country-Titel vor – beginnend mit Johnny Cashs “Ring of Fire“. Gabalier ist nach eigenen Angaben ein Fan des Man in Black. Somit wirkt er auf der hier vorgestellten “VolksRock’n’Roller–Live“-Ausgabe musikalisch gleich noch viel vertrauter. Hier handelt es sich um eine Aufzeichnung aus der Wiener Stadthalle, zwar ohne “echte“ Country-Titel, dafür aber alles entweder eigene Rock’n’Roller, oder eben gemäßigte Songs, überwiegend im Dialekt gesungen. Ihn nun lästernd als einen Interpreten der Volksmusik zu bezeichnen, wäre anhand der gängigen Klischees geradezu unfair. Der von Kritikern gebrauchte Begriff vom “Alpen-Elvis“ trifft da musikalisch eher den Punkt. Als Nicht-Alpenraumbewohner tut man sich manchmal sprachlich ein bisschen schwer, denn Gabalier kommt aus der Steiermark und legt auch gar keinen gesteigerten Wert darauf, dies zu verheimlichen. Auf der DVD gibt er weit über zwei Stunden lang seine ganzen bekannten Aufnahmen wie “So liab hob i di“ oder “Sweet Little Rehlein“ zum Besten (die CDs sind identischen Inhalts). Das überwiegend weibliche und dabei gleichzeitig recht junge Publikum scheint sie wirklich allesamt mitsingen zu können, “VolksRock’n’Roller“ oder “I sing a Liad für di“ sowieso. Soviel Begeisterung konnte man lange nicht mehr erleben, egal bei welcher Stilrichtung und egal bei welchen Interpreten. Wer nach Sichtung des Konzerts noch immer nicht genug hat, kann sich bei einer Dreiviertelstunde Bonusmaterial weiter mit Gabalier beschäftigen, teilweise außerhalb des Bühnengeschehens. Und wen es musikalisch jetzt gepackt haben sollte: den neuesten Informationen zufolge steht der Künstler schon fürs nächste Album im Studio – und zwar in Nashville!

Ulrich K. Baues


Spieldauer: DVD: 141 Min. + 44 Min. Bonusmaterial, 2 CDs: 141 Min.