Zwei Countrysänger outen sich

Mit Ty Herndon und Billy Gilman haben sich in den vergangenen Tagen zwei Countrysänger zu ihrer homosexuellen Lebensweise bekannt. Ist es für „Normale“ Homosexuelle schon schwer genug sich der Öffentlichkeit und der Gesellschaft in ihrem Land zu stellen, so ist es für die Künstler in der Country Music noch einmal schwerer. Schließlich ist die Anhängerschaft der Country Music in den USA eine sehr traditionell eingestellte Klientel, die auch schon mal die Karriere von Künstlern zerstört, wenn diese etwas gegen den Präsidenten sagen oder nicht regelmäßig zur Kirche gehen.
Umso mutiger waren nun die Schritte der beiden Sänger, die in den 90ern einige Hits hatten. Ty Herndon konnte gleich mit seiner Debütsingle „What Mattered Most“ im Jahr 1995 eine Nummer 1 feiern. Mit „Living In A Moment“ und „It Must Be Love“ hatte Herndon dann Ende der 90er noch zwei weitere No. 1 Hits, ehe seine Chartkarriere verflachte und er nach 2002 keinen Titel mehr platzieren konnte.
Billy Gilman war als 12-jähriger im Jahr 2000 mit dem Top 20 Hit „One Voice“ in die Country Music gestartet, konnte aber die Hoffnungen seiner Fans nie richtig erfüllen und verschwand nach 5 Hitparadensingles Ende 2001 wieder von der großen Bühne.
Unterstützung bekamen die beiden Musiker vor allem von Chely Wright, die sich als erste erfolgreiche Chartkünstlerin in der Country Music zu ihrer Homosexualität bekannt hatte.
Aber auch viele andere Kollegen/innen stehen den beiden Sängern zur Seite.
Homosexualität gilt in der Country Music weiterhin als Tabu-Thema, ähnlich wie im Fußball in Europa.