Verschiedene Künstler: Als der Rock`n Roll nach Deutschland kam

Vor sechzig Jahren erreichte der Rock’n’Roll Deutschland, und zwar in Gestalt von Bill Haley und „Rock Around the Clock“, wie es im Fachbuch „Deutsche Musik-Charts 1955“ dokumentiert wird (s. Country-Mag vom 9. 5. 2013). Insofern führt der jetzige CD-Titel etwas in die Irre, denn hier geht es fast ausschließlich um deutsche Versionen von Songs, bei denen Elvis Presley das Original sang. Die beiden CDs bieten eine Mischung aus teils wohlbekannten Aufnahmen, wie von Peter Kraus oder Ted Herold, und dazwischen auch von eher weniger erfolgreichen Künstlern, wie Robert Bennett oder Ferry Gutmann. An Elvis‘ „Jailhouse Rock“ versuchten sich unter dem Titel „Hafen Rock“ zur selben Zeit gleichzeitig drei Musiker, neben Peter Kraus noch Hank Baxer und Bodo Born. Zwei Mal gab es Versionen vom „Hearbreak Hotel“, denn sowohl Ralf Bendix, als auch Werner Overheidt besangen das „Hotel zur Einsamkeit“. Ebenfalls zweimal behaupteten Interpreten „Immer wieder lieb ich dich“, womit sowohl Gerhard Wendland als auch das Hansen Quartett sich erfolgreich an Elvis‘ „Love Me Tender“ wagten. Zwei Aufnahmen konnte auch „Don’t Ask Me Why“ verbuchen, denn sowohl Bernd Suplie, als auch Hans Blum fragten sich „Wer weiß warum“. Von „Don’t Be Cruel“ erschienen sogar zwei verschiedene deutsche Titel, denn neben Peter Kraus und „O wie gut“ forderte Wolfgang Rosen sein Mädel auf „O Baby, mach dich schön“. Andere Interpreten wie Paul Kuhn oder Will Brandes runden diese Sammlung von immerhin vierzig Elvis-Titeln in deutscher Sprache ab. Das Booklet nennt alle ausgewählten Songs samt Originaltitel, und zeigt einige Single-Cover der deutschen Veröffentlichungen.

Ulrich K. Baues