Todd Thibaud: Waterfall

Mehr als 4 Jahre sind vergangen seit Todd Thibauds letztem Studioalbum. Und „Waterfal“ ist definitiv mal wieder ein "richtiges" Todd Thibaud-Werk geworden!
Musikalisch ist er sich immer treu geblieben. Größere Veränderungen sind nicht sein Ding, die Abwechslung liegt in den Nuancen von Arrangement und Produktion, Spannung wird durch eine hohe Qualität der Songs garantiert, mit seiner attraktiven, gefühlvollen, sämig-rauen Stimme versprüht er ohnehin eine vertraute Wohlfühlatmosphäre wie kein Zweiter!
„What May Come“, „Not For Me“ und der Titeltrack bringen die Sache voll auf den Punkt und reißen sogleich mit. Mit dem semiakustischen „When The Evening Falls Apart“ wird etwas Tempo rausgenommen und Chris Toppin (Ex-Fuzzy) ist erstmalig mit ihrer schönen Harmoniestimme zu hören. „Hollow“ gitarrenrockt mit Unterstützung von Bill Janovitz (Buffalo Tom) und „Lonesome June“ eignet sich zum Abtanzen in jedem Roadside Inn. Der ungewöhnlich schwül-sumpfige Roots Rock von „Stranger“ hört sich nicht zuletzt wegen des Saloon-Pianos und der Bläsersektion sehr nach New Orleans an und bedeutet für Todd Thibaud stilistisches Neuland. Die Ballade „All In A Dream“ baut sich langsam auf, nimmt auf ihrem Weg Thomas Julianos Slide Guitar und Ben Zeckers E-Piano mit - subtile Arrangements, die das ganze Einfühlvermögen der famosen Begleitband nachweisen. Die dann auf „My Own“ und noch lauter bei „Wears Me Down“ wieder ihre Rockqualitäten präsentieren darf! Todd Thibauds Vielseitigkeit zeigt sich mit den beiden auf ihre Art ganz unterschiedlich ruhigen Tracks zum Abschluss: das lässig perlende „Change A Thing“ mit breit ausholendem Chorus und das zarte „Evermore“ als Acoustic Folk-Lovesong, behutsam intoniert mit Sean Staples' Mandoline und ein Mal mehr mit Chris Toppins bezaubernder zweiter Stimme im Hintergrund.
Neben seinem einnehmenden Gesang und einer speziellen melancholisch-feinsinnigen, dabei durchaus kraftvollen Grundaussage, gehören besonders die harmonischen, melodischen Songs mit kernigen Riffs und starken Refrains zu Todd Thibauds Erkennungszeichen. Stücke, die sich in den Gehörgängen einbrennen, obwohl sie ganz sicher nicht zu den leichtgewichtigen, oberflächlichen ihrer Gattung zählen! Dieser Spagat zwischen anspruchsvoller Songtiefe und einem gewissen "Hitpotenzial" ist Thibaud auf „Waterfall“ gelungen.
www.toddthibaud.com