Marika Kilius: Pirouetten des Lebens – Erinnerungen

Natürlich kennt man hierzulande den Namen Marika Kilius überwiegend im Zusammenhang mit Hans-Jürgen Bäumler, und zwar als Eiskunstläuferin. Zu Beginn der sechziger Jahre galten diese beiden Sportler als das Traumpaar schlechthin. Die Liste ihrer Auszeichnungen und Erfolge, die im Buchanhang einzusehen ist, erschlägt förmlich. Hierzu gesellte sich noch ihr damaliges Ansehen in der Bevölkerung, was mit einem heutigen, eher kurzlebigen Promidasein in keinster Weise vergleichbar ist. Marika erinnert sich an diese Zeit, und man wird ihr sicherlich zubilligen, einen recht angenehmen Weg der Darstellung gewählt zu haben. Es werden keine Skandale aufgedeckt, niemand wird im Nachhinein irgendwelcher Undinge bezichtigt, nein, der Karriereweg wird recht chronologisch abgeschritten, und allenfalls schimmert zwischen den Zeilen mal eine negative Sicht durch. Es gab allerdings noch eine weitere wichtige Station, nämlich die Schallplatte. Marika nahm – sowohl solo, als auch im Duett mit Hans-Jürgen Bäumler – eine ganze Reihe an Songs auf, denen teils hohe Platzierungen in den deutschen Hitparaden vergönnt waren. Neben “Honeymoon in St. Tropez“ gab es Titel wie “Zwei Indianer aus Winnipeg“, “Wenn die Cowboys träumen“, oder “Wenn die Rosen blüh’n in der Prärie“. Und auf Promotionsfotos und Plattenhüllen posierte sie als Cowgirl. Leider wird diese Zeit in der Biografie nur gerade mal an zwei Stellen erwähnt, und sogar die Hauptrolle an der Seite von Peter Kraus im erfolgreichen Kinofilm “Die große Kür“ wird lediglich gestreift. Das ist schade, denn über diese Phase hätte man gerne mehr erfahren. Daher bleibt auch nur noch der Fototeil zu erwähnen, worin mit vielen s/w und Farbbildern Leben und Karriere der Eisprinzessin illustriert wird.
Ulrich K. Baues